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Glosse
Verwischte Kommunikation

Menschen machen, so unwahrscheinlich es auch klingen mag, Fehler. Nicht nur im analogen Leben, wo sie sich immer weniger bewegen. Sondern auch mit ihrem Smartphone. Von Pia Rolfs

Und jeder Besitzer kann ein Lied davon singen

So geraten gerade Menschen mittleren Alters mit ihren noch nicht evolutionär ans Smartphone angepassten Wurst- oder Würstschenfingern bisweilen auf falsche Apps oder Links. Sie öffnen dadurch etwas, das sie gar nicht öffnen wollten. Verteilen in sozialen Netzwerken ein „Like“, wo ihnen eigentlich gar nichts gefällt. Oder sie tippen versehentlich auf „Sprachnachricht“ – wobei der staunende Empfänger dann nur noch hört: „Mist, wie geht das wieder aus?“ Was natürlich auch als Kommunikations-Muffeligkeit missverstanden werden kann.

Daher müsste als Redewendung zum klassischen Telefonirrtum „ich habe mich verwählt“ jetzt eigentlich hinzukommen: „Ich habe mich verklickt“ oder „Ich habe mich verwischt.“ Aber solche sprachlichen Feinheiten ereilt inzwischen das gleiche Schicksal: Sie verwischen.