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Glosse
Störungen im Job

Zeit seines Lebens wird der Mensch gestört. Erst als Baby von den Eltern beim Schreien, später als Kind beim Spielen – und als Erwachsener von Ehepartner, Mitreisenden oder Kollegen. Kurzum: von eigentlich allem. Von Pia Rolfs

Kein Wunder also, dass auch Störungen im Job ein immer größeres Problem darstellen. Laut einer Studie der Gewerkschaft Verdi fühlt sich jeder zweite Beschäftigte gestresst, weil er bei der Arbeit ständig unterbrochen wird. Mal durch Zusatzaufgaben, mal durch technische Probleme, mal durch Geräusche im Großraumbüro. Von der Großstörung der Freizeit, die die Arbeit an sich darstellt, vermutlich ganz zu schweigen.

Wer sich allerdings gar nicht gestört fühlt, sollte in sich gehen. Bedeutet das doch wohl, dass er zu der Hälfte der Mitarbeiter gehört, die die anderen stört. Welch schlimmen Effekt diese Störungen haben, könnte sehr eindrucksvoll dargelegt werden – wenn nicht gerade jemand stören würde. Und schon ist der Gedanke wieder entfleucht. Aber das ist noch weit entfernt von den wirklich schlimmen Fällen: Denn mancher wird so oft gestört, dass er gar nicht mehr weiß, wobei eigentlich.