| 22:50 Uhr

Glosse
Gemeinsam schadenfroh

Humor sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn er spielt nicht nur eine große Rolle in der US-Politik, wo oft an falschen Textstellen wie „Klimawandel“ gelacht wird. Von Pia Rolfs

Sondern auch in der Liebe.

Laut einer Studie sind Paare nämlich dann besonders glücklich, wenn sie eine ähnliche Einstellung zum Auslachen haben. Das klingt schadenfroh, könnte aber daran liegen, dass die Studie aus Deutschland stammt. Denn hier wurde die Schadenfreude mit einem eigenen Wort bedacht. Dieses mag unschön sein, aber die meisten anderen Sprachen haben es nicht – und allein das gibt Anlass für ein freudiges „Ätsch!“ Und gerade in einer Partnerschaft kann Schadenfreude sehr verbinden. So ist das gemeinsame Lästern über andere Paare ein beliebter Zeitvertreib nach Partys. 

 Beim Ausgelachtwerden innerhalb der Beziehung wird es dagegen heikel. Denn gerüchteweise handelt es sich bei „Wie war ich?“ oder „Liebst Du mich noch?“ gar nicht immer um Scherzfragen. Hier sollte kurz abgeschätzt werden, wie viele Wertgegenstände ein Trennungsfall nach einem unangemessenen Lachen kosten würde. Experten sprechen von der notwendigen „Wertschätzung“.