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Glosse
Musik für den Käse

Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“, heißt ein altes Sprichwort. Nun aber wird es noch komplizierter. Denn die Musik muss offenbar nicht unbedingt dem Menschen gefallen, sondern dem Käse. Von Pia Rolfs

Ein Schweizer zumindest möchte mit der richtigen Musik den Geschmack von Käse verbessern. Denn wenn die für die Geschmacksbildung verantwortlichen Bakterien sich wohlfühlen, kommt das seiner Meinung nach dem Käse zugute. Das ist wissenschaftlich kein Quark, sondern vermutlich ähnlich wie bei massierten Kobe-Rindern, deren Fleisch angeblich besonders schmackhaft ist. Und wer weiß, wie sehr Plätzchen ohne Weihnachtsgedudel leiden.

Zwar ist nun noch offen, ob etwa der Camembert französische Chansons bevorzugt oder der Gouda alte Rudi-Carrell-Schlager. Klarer scheint aber nun, wie sich der Erfolg einiger Künstler erklärt – der Schweizer DJ Bobo sei da nur am harten Käserande erwähnt. Denn Kritiker denken bei deren Hits zwar: „Das ist doch alles Käse.“ Verstehen aber gar nicht, dass sie damit die Zielgruppe korrekt umschreiben. Und die freut sich in der Schweiz stets ein Loch in den Laib.