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Glosse
Eigennützige Komplimente

Manche haben zum Valentinstag ein Kompliment bekommen – und freuten sich naiv darüber. Aber nur weil sie nicht merkten: Der Schmeichler handelte aus purem Eigennutz.

Denn Komplimente haben nicht nur praktische Vorteile, weil sie den Weg zu Prüfung, Karriere oder Affäre ebnen. Sie machen laut einer Psychologin den Absender auch deswegen glücklich, weil der Empfänger so strahlt.. „Was habe ich da für ein originelles Kompliment gemacht“, kann sich der Charmeur selbst beweihräuchern. „Ich bin wirklich der beste Schleimer von allen.“ Dann freut sich der eine, dass der andere sich freut – ein wahrer Teufelskreis der guten Laune. Eine kleine, aber feine Einschränkung macht die Psychologin zwar: Das Kompliment sollte glaubwürdig sein – manchmal ist das ungefähr so einfach wie die Quadratur des Kreises. Aber glücklicherweise steigt die Glaubwürdigkeit mit der Wiederholung, vor allem beim Selbst-Kompliment. Wer sich nämlich immer wieder einredet, er sehe viel jünger aus, sei total wichtig oder der ideale CDU-Vorsitzende, kann sich irgendwann sogar doppelt loben: Denn er ist nicht nur toll, sondern hat es oft sogar als einziger erkannt.