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Optimierte Erholung
Freizeit von der Freizeit

Von Pia Rolfs

Freizeit ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Früher begann sie einfach selbstverständlich, wenn jemand seinen Arbeitsplatz, die Schule oder die Universität verließ. Heute jedoch muss die Freizeit fest eingeplant werden.

Zumindest rät die Zeitschrift „Besser studieren“ dazu, auch die Freizeit auf einer eigenen Aufgabenliste festzuhalten. Sie gehört dann auch zu all dem, was fleißig und ordnungsgemäß abgearbeitet und erledigt werden muss. Sport gemacht, ein paar Freunde getroffen, anschließend romantisches Dinner, Haken dran. Das ist optimierte Erholung.

Zweifler, die „Nachdenken“ zuvor korrekt auf ihre Aufgabenliste geschrieben haben und ihre grauen Zellen entsprechend tätig werden lassen, könnten sich natürlich fragen: Inwieweit unterscheiden sich Freizeit und Pflichten dann überhaupt noch? Muss es nicht bald auch noch eine Freizeit von der Freizeit geben? Aber oh Wunder, die existiert ja schon! Jedenfalls bietet das Arbeitsleben sehr oft diese einzigartige Möglichkeit der intensiven Selbsterfahrung. Nur heißt sie nicht „Freizeitfreizeit“, sondern „Überstunde“.