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McCabe-Rauswurf
Ein gefährlicher Schritt

FOTO: Robby Lorenz / SZ
US-Präsident Donald Trump mag seine Gründe dafür gehabt haben, den langjährigen FBI-Vize Andrew McCabe nur zwei Tage vor dessen geplanten Ausscheiden aus dem Amt feuern zu lassen und damit ganz bewusst auch die meisten Pensionsansprüche des langjährigen Top-Cop zu zerstören. Doch was politisch oder juristisch erklärbar oder nachvollziehbar scheint, ist noch lange nicht klug. Von Friedemann Diederichs

Denn Trump befindet sich selbst unter der Lupe eines Sonderermittlers. Und sich innerhalb der Bundespolizei, die an den Untersuchungen mitwirkt, noch mehr Feinde zu machen, ist eine gefährliche Nebenwirkung des spektakulären Rauswurfs. Nach 20 Jahren in meist führenden Positionen hat McCabe jede Menge Sympathisanten innerhalb der Behörde. Die derzeit schon vorhandenen Indiskretionen über Trump, dessen Familie, dessen Geschäfte und auch Verbindungen zu Russland dürften nun aller Voraussicht nach noch zunehmen. Ein kluger Präsident macht sich aber das FBI nicht ohne wirkliche Not zum Feind.