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Der Teufel trägt Prada

Meinung:

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Der Teufel trägt Prada

Von Dietmar Klostermann



Die Idee der Tierschutz-Organisation Peta ist nicht neu: Durch Aktienbeteiligung am Luxus-Mode-Giganten Prada wollen die Aktivisten bei den Aktionärsversammlungen die ruchlose Tötung von einjährigen Straußen durch Elektroschocks und Erwürgen anprangern. Es ist der Marsch durch die Institutionen, der bereits die rebellischen Alt-68er beflügelte. Aber wehe, wehe, wenn ich an das Ende sehe! Wo landeten der Ex-Juso-Chef Gerhard Schröder und der Frankfurter Ex-Revoluzzer Joschka Fischer nach ihrem langen Marsch? Im kuscheligen Bett der Groß-Industrie. Gegen die beiden Sozialabbauer war Helmut Kohl ein Sozialist. Also Obacht, ihr Peta-Leute: Wenn ihr in ein paar Jahren in samtweichen Straußenleder-Pants und Kroko-Heels von Prada gesichtet werdet, hat Karl Marx wieder mal recht gehabt. "Das Sein bestimmt das Bewusstsein", sagte er. Was nicht heißt, dass der Mensch per se schlecht ist - aber der Teufel trägt eben Prada .