| 21:03 Uhr

Deutsche Umwelthilfe
Der Ärger ist verständlich

 Wollschlaeger_Joachim
Wollschlaeger_Joachim FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Umwelthilfe mag sich als Verbraucherschutz-Verein darstellen, doch schaut man hinter die Kulissen, bröckelt der Anstrich schnell ab. Stattdessen drängt sich der Eindruck auf, dass hier letztlich ein Abmahn-Verein mit Öko-Image agiert.

Die Zahl der Mitglieder beträgt gerade mal knapp 400, damit entspricht sie der Größe eines Kleingartenvereins. Als Verbrauchervertretung ist das zumindest dürftig. Noch fragwürdiger ist das Geschäftsmodell. Denn das beruht tatsächlich vor allem darauf, Einnahmen aus Abmahnungen zu generieren. Und die betreffen dann nicht offensichtliche Umwelt-Verstöße, sondern vor allem Form-Fehler. Wer da, auch als Kleinunternehmen, die komplizierten Kennzeichnungsvorschriften nicht exakt einhält, wird gnadenlos zur Kasse gebeten. Versäumnis und Unkenntnis spielen keine Rolle. Der Ärger der Unternehmen ist verständlich.

Sicherlich: Die Gerichte urteilen nach formellen Grundsätzen, ob die Umwelthilfe weiter klageberechtigt ist. Moral spielt bei der Bewertung keine Rolle.