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Berliner Notizen
Bruder Jakob und die SPD

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, ist bundesweit nicht so bekannt. Von Hagen Strauss

Er ist auch erst seit einem Jahr im Amt. Trotzdem fällt sein Name, wenn es um die Nachfolge Angela Merkels geht – viele Kandidaten hat die Union ja nicht. Günther ist zudem immer für eine Überraschung gut. Während seiner Reise nach China erfreute er jetzt seine Gastgeber mit dem Kinderlied „Bruder Jakob“ – und zwar auf Chinesisch. Er habe den Text als Kind von seiner chinesischen Musiklehrerin gelernt, verriet der CDU-Mann. Und nicht vergessen. Respekt.

Von Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, hört man nicht mehr viel, seit sie die ersten Flugtaxis starten lassen wollte. Sie mache „Politik mit Herz“, steht auf ihrer persönlichen Internetseite. Dagegen ist nichts einzuwenden. Nur: Als Digitalisierungs-Chefin im Kanzleramt hat sie noch nicht einmal einen eigenen Auftritt im Netz. Den Grund dafür erfragten jetzt die Grünen. Antwort der Regierung: Auf www.bundesregierung.de würden Bärs Themen in aller Breite aufgegriffen. So wichtig ist ihr Amt also…



Kevin Kühnert, Juso-Chef und seit seiner „No-Groko-Kampagne“ ziemlich bekannt, will kein Berufspolitiker werden. „Man kann sich dafür nicht ausbilden lassen“, meinte er. „Und wer kann einem überhaupt noch sagen, dass man in zehn Jahren in der SPD noch Karriere macht?“ Wohl wahr. Schließlich geht es mit der traditionsreichen Partei weiter bergab. Daher gilt: Augen auf bei der Berufswahl.

Andrea Nahles bekam Ärger mit vielen, als die SPD-Chefin Ja zum Maaßen-Deal mit Seehofer und Merkel gesagt hatte. Dann ruderte sie zurück und kündigte neue Verhandlungen über den Fall an. Dem Druck in Berlin entfloh sie jetzt nach Bayern, um dort für die Elf-Prozent-SPD Wahlkampf zu machen. Vom Regen in die Traufe. Angesichts dessen, was aus dem Krisengespräch im Kanzleramt berichtet worden sei, wäre ihr „ein Livestream“ recht gewesen, witzelte Nahles in München.