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Neuer Blick auf die Briten Briten
Pfundig

Ein Pfund, das war in früheren Zeiten etwas durch und durch Positives. Gerade die älteren Jahrgänge werden sich wehmütig erinnern: Alle wirklich begehrenswerten Dinge gab es einstmals in Pfund. Matthias Beermann

Man denke nur an ein Pfund gute Butter oder ein Pfund Bohnenkaffee. Man wucherte mit seinem Pfund, manch einem gelang das so gut, dass er sogar als Pfundskerl galt (Pfund und Frauen mochte man in jener Zeit offenbar nicht zusammenbringen).

Negativ fielen eigentlich nur die überflüssigen Pfunde auf, die die Waage im Badezimmer allmorgendlich erbarmungslos anzeigte. Doch jetzt ist auch ein weiteres Pfund unten durch, nämlich das britische. Wie gemeldet wird, wollen beim schottischen Edinburgh Festival viele vom drohenden Brexit verschreckte internationale Orchester und Künstler nicht mehr in Pfund, sondern bitteschön in amerikanischen Dollars oder Euro bezahlt werden.

Das wird dem Brexit-ohne-wenn-und-aber-Premierminister Boris Johnson gar nicht gefallen. Der hat schließlich auch ein paar Pfund zu viel.