| 20:25 Uhr

Von Menschen ausgebremst
Affen in der Kulturkrise

Nach eigener Auffassung ist der Mensch die Krone der Schöpfung, in Wahrheit aber deren Hemmschuh. Zumindest für die Kultur der Affen. Von Pia Rolfs

So fand ein Forscherteam heraus, dass der Einfluss des Menschen das Verhaltensrepertoire von Schimpansen dramatisch schrumpfen lässt. Ohne den Homo sapiens in der Nähe kennen die Tiere viele verschiedene Tricks, an Futter zu gelangen. Die Nachbarschaft zum Menschen jedoch lässt die Affen verblöden. Dann folgen sie immer wieder denselben Gewohnheiten, geben ihr Wissen an den Nachwuchs nicht mehr weiter.

Wissenschaftler führen diesen kulturellen Niedergang auf schrumpfende Schimpansenpopulationen zurück. Aber vielleicht wird den Tieren auch nur ihr Hang zum Nachäffen zum Verhängnis – oder ihre scharfe Beobachtungsgabe. So hätten sie vielleicht längst ferne Galaxien erobert, hätte der Film „Planet der Affen“ sie nicht gekränkt. Auch die fehlende Motivation der Affen könnte ein Grund sein, warum sie sich nicht zur Führungskraft der Evolution weiterentwickelt haben. Denn manche hörten böse Gerüchte, sie seien mit Menschen verwandt. Und das ist einfach zu entmutigend.