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Tipps für den richtigen Kleiderschrank
Wie viel Kleiderschrank braucht der Mensch?

Kleider, die man täglich braucht, kommen auf Greifhöhe. Alle anderen Kleidungsstücke über Kopf oder an den Boden.
Kleider, die man täglich braucht, kommen auf Greifhöhe. Alle anderen Kleidungsstücke über Kopf oder an den Boden. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Ulm. Wer Stauraum für Kleidung in der Wohnung individuell einbauen lässt, muss im Vorfeld einiges beachten.

() Er soll groß genug sein, aber nicht zu viel Platz wegnehmen. Er soll praktisch eingeteilt sein und gleichzeitig auch optisch was hermachen: Die Suche nach dem passenden Kleiderschrank kann kompliziert werden. 

Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie empfiehlt pro Person mindestens einen Kubikmeter Volumen. „Das ist ein Schrank mit einem Meter Breite, 54 Zentimeter Tiefe und zwei Metern Höhe.“ Besser sei ein Schrank mit 1,5 Kubikmeter Volumen. Das sind 120 Zentimeter Breite, 60 Zentimeter Tiefe und 220 Zentimeter Höhe.

Nicht nur die Masse an Kleidung ist entscheidend, sondern auch deren Beschaffenheit. Wer gerne dicke Strickpullover und Daunenjacken trägt oder wer vor allem auf lange Stücke wie Mäntel, Abendkleider oder Jumpsuits setzt, braucht dementsprechend mehr Stauraum. Auch die Konfektionsgröße kann eine Rolle spielen.



Dazu kommt, dass manches besser gehängt, anderes besser gefaltet und gestapelt wird. Kleider, Kostüme, Anzüge und Blusen bleiben hängend eher faltenfrei. Zur Liegeware zählen Jeans und Pullover. „Viele vergessen, dass Strickpullover am Bügel schnell länger und unförmig werden“, erklärt Modeberaterin Sonja Grau aus Ulm.

Generell sollte man bei der Aufteilung noch mal zwischen den Sachen unterscheiden, die man täglich braucht, und weniger genutzten Teilen. „In den Bereich vom Boden bis zu einer Höhe von etwa 60 Zentimeter gehören Dinge, die nicht täglich gebraucht werden“, sagt Birgit Gröger, Geschäftsführerin vom Online-Shop Meine-Möbelmanufaktur. Weil es für die meisten Menschen am komfortabelsten ist, gehört in die Höhe ab 60 und bis 170 Zentimeter die Kleidung für den täglichen Bedarf. Der restliche Stauraum wird zum Lager für Bettwäsche.

Wie viele Regaleinheiten man einplant, hängt davon ab, wie hoch die Stapel der gefalteten Kleidung werden. So geht Ikea beispielsweise in seiner Planungshilfe für Kleiderschränke davon aus, dass zehn gestapelte T-Shirts in ein Fach von 25 Zentimetern Höhe passen, zehn Hosen oder Pullover brauchen 30. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Höhe der Kleidungsstapel im alten Schrank auszumessen, bevor ein neuer gekauft wird.

Wer den hängenden Teil des Schranks verkürzen will, um ganz oben oder unten für Schuhe oder Bettwäsche ein Regal einzufügen, sollte bedenken: Lange Kleider plus Bügel kommen durchaus schon mal auf 180 Zentimeter, kurze Kleider noch auf 120 Zentimeter. Wer nur Blusen oder Blazer hat, braucht eine Höhe von 80 Zentimeter plus Bügel, Männer benötigen für Hemden und Sakkos 100 Zentimeter. Ikea schlägt für halb gefaltete, hängende Hosen 60 Zentimeter für Frauen beziehungsweise 70 Zentimeter für Männer vor.

Geismann empfiehlt für eine übliche Garderobe eine Kleiderstange, Ablagefächer und möglichst zwei Schubladen einzuplanen. Die Schubladen sind praktisch für Kleinwäsche wie Unterwäsche, Schals sowie Socken und Strümpfe. Die Ablagefächer bieten Platz für Gefaltetes. „Sie sollten mindestens 30 Zentimeter breit und tief und die Abstände zwischen den Ablageböden variabel einstellbar sein.“ Zusätzlichen Stauplatz bieten die Innenseiten der Türen. Hier können Schals und Krawatten mit Ringen oder an einer Stange hängen, sagt Grau.

Mit den Maßen und Ideen für den Kleiderschrank geht es in den Fachhandel, wo man zusammen mit einem Berater den Schrank am Computer aus Einzelteilen baut. Viele Möbelhersteller und Händler bieten diese Möglichkeit inzwischen auch für den Verbraucher online an. Hier können Interessenten vor dem Besuch im Fachhandel schon einmal ausprobieren, was sie wollen, oder das Möbel im Internet sogar direkt bestellen.

(dpa)