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Speziell im Wahlkampf hat er sich kaum sehen lassen

 Christoph Gensch tritt aus privaten Gründen von seinem Amt als Generalsekretär zurück.
Christoph Gensch tritt aus privaten Gründen von seinem Amt als Generalsekretär zurück. FOTO: dpa / Thomas Frey
Mainz. Christoph Gensch gibt sein Amt als Generalsekretär der Landes-CDU bereits nach einem guten halben Jahr wieder ab. Nun wird ein Nachfolger gesucht. Von Carsten Zillmann und Lutz Fröhlich (PM)

Der Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU, Christoph Gensch (40), tritt aus privaten Gründen von seinem Amt zurück. Das teilten die Landesvorsitzende Julia Klöckner und Gensch am Mittwoch gemeinsam in Mainz mit.

Gensch will sich künftig stärker um seine Familie und seine Arztpraxis in Zweibrücken kümmern. Klöckner dankte Gensch für die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ und zeigte großes Verständnis für seine Entscheidung.

Klöckner hatte Gensch erst im September des vergangenen Jahres als Nachfolger von Patrick Schnieder, der Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wurde, präsentiert. Viele Parteimitglieder steckten Hoffnung in den 39-Jährigen, der als inhaltlich hart, aber moderat im Ton galt. Gensch, so dachten viele, könne Themen zuspitzen, ohne plump zu poltern.



Schon bei seiner Präsentation hatte er betont, dass er den Spagat zwischen Ehrenamt, Mandat, Job und Privatleben meistern muss. „Es ist eine Sache der Organisation“, sagte er damals.

Die Umstände haben sich nun aber geändert. Während Gensch für seine Rolle als Manager innerhalb der Partei durchaus viel Lob einheimste, wunderten sich andere, weshalb er – speziell im Wahlkampf – kaum präsent war.

Gensch betonte auf Merkur-Nachfrage gestern, es handele sich um „ausschließlich“ familiäre Gründe, warum er seine Mehrfach-Belastung als Arzt und Politiker reduzieren müsse, politische Gründe für den Rücktritt gebe es keine. Wegen des sehr persönlichen familiären Rücktritt-Grunds werde er sich dazu öffentlich nicht näher äußern, bat Gensch um Verständnis.

„Mir fällt das schon schwer“, bedauerte Gensch seinen Verzicht auf das Amt des Generalsekretärs. Sein Landtagsmandat – Gensch ist seit 2016, als er den traditionell „roten“ Wahlkreis Zweibrücken gewonnen hatte, Landtagsabgeordneter – behalte er ebenso wie sein Stadtratsmandat. Gemeinsam mit Christina Rauch werde er auch wieder für den Fraktionsvorsitz im Stadtrat kandidieren, bestätigte Gensch auf Merkur-Nachfrage. Gensch hatte bei der Ratswahl am 26. Mai erneut mit weitem Abstand die meisten Personenstimmen aller Ratskandidaten erhalten.

Wen Julia Klöckner nun als Nachfolger für das Amt des Generalsekretärs präsentiert, ist noch offen. Gordon Schnieder spielte im Kommunalwahlkampf eine zentrale Rolle. Er tourte durchs Land, warb für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Der Einsatz stimmte, das Ergebnis ist allerdings bekannt. Die CDU verlor im Sog des Bundestrends auch in den Kommunen viele Mandate.

Ein weiterer Kandidat wäre Gerd Schreiner. Im Gegensatz zu Gensch oder Schnieder lebt er in Mainz, wäre ständig in der Parteizentrale präsent. Schreiner ist als Haushaltspolitiker mit nahezu allen Themen vertraut und beherrscht auch die Abteilung Attacke.