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Zehn Jahre Rauchverbot
Zahl der jugendlichen Raucher sinkt deutlich

Rauchen ist ist in rheinland-pfälzischen Gaststätten seit zehn Jahren größtenteils tabu. Das hat dazu beigetragen, dass heute viel weniger Jugendliche zum Glimmstängel greifen, ist die Gesundheitsministerin überzeugt.
Rauchen ist ist in rheinland-pfälzischen Gaststätten seit zehn Jahren größtenteils tabu. Das hat dazu beigetragen, dass heute viel weniger Jugendliche zum Glimmstängel greifen, ist die Gesundheitsministerin überzeugt. FOTO: dpa / Jens Kalaene
Mainz . Seit zehn Jahren gilt ein teilweises Rauchverbot in rheinland-pfälzischen Kneipen. Gäste und Wirte haben sich damit arrangiert, denn seitdem hat es gerade mal 24 Beschwerden gegeben.

Das rheinland-pfälzische Nichtraucherschutzgesetz feiert zehnten Geburtstag und hat nach Überzeugung von Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) maßgeblich dazu beigetragen, dass heute viel weniger Jugendliche rauchen als noch vor zehn Jahren. Rauchten 2007 noch 17,7 Prozent aller Zwölf- bis 17-jährigen, waren es 2015 noch 7,8 Prozent, berichtet die Ministerin.

Anders als in Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland, wo der Glimmstängel in allen Lokalen tabu ist, gilt hierzulande aber kein striktes Rauchverbot. Das Gesetz erlaubt das Rauchen in Einraumkneipen unter 75 Quadratmetern, in denen einfach zubereitete Speisen angeboten werden, sowie in einzelnen kleineren Nebenräumen.

Und offensichtlich gibt es kaum Beschwerden darüber, dass sich Wirte oder Gäste nicht an das Gesetz halten. Aus einer Antwort Bätzing-Lichten­thälers auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion geht hervor, dass es seit Inkrafttreten des Gesetzes nur 24 Beschwerden gegeben hat, weil in einer Gaststätte geraucht worden ist, obwohl es verboten war. 2008 gab es eine solche Beschwerde unter anderem in Morbach, 2010 in Bitburg, 2011 in Traben-Trarbach.



Die geringe Zahl an Beschwerden zeige, dass das Nichteraucherschutzgesetz mittlerweile von Wirten und Gästen akzeptiert werde, sagt Gereon Haumann, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga in Rheinland-Pfalz.

Vor Einführung des Gesetzes war Haumann ein entschiedener Gegner davon. Er befürchtete ein massenhaftes Kneipensterben. Daher habe sich sein Verband für eine Lockerung des Rauchverbots eingesetzt – mit Erfolg, wie der Dehoga-Landeschef betont. Immerhin habe Rheinland-Pfalz eines der liberalsten Nichtraucherschutzgesetze in Deutschland. Es ermögliche jedem, frei zu entscheiden, ob er in eine Gaststätte gehe, in der Rauchen erlaubt ist, ganz nach dem Motto „leben und leben lassen“.

Das Gesetz werde größtenteils akzeptiert, sagt auch die Mainzer Gesundheitsministerin. Es war erst nach einem längeren Hin und Her im Landtag beschlossen worden. Ob sich die Wirte im Land daran halten, wird von den jeweiligen Ordnungsämtern kontrolliert. Eine regelmäßige Kontrolle aller Gaststätten erfolgt aber beispielsweise in Trier nicht, wie Stadtsprecher Michael Schmitz betont. „Es gibt schließlich auch rund 500 Gaststätten in Trier. Kontrollen werden anlassbezogen durchgeführt.“

Bisher gebe es nur sehr wenige Beschwerden über die Missachtung des Nichtraucherschutzgesetzes – „etwa eine bis fünf jährlich“. Schmitz weiter: „Deshalb und weil bei Ortsterminen in Gaststätten ohnehin immer ein Auge auf die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes geworfen wird, halten wir den Aufwand für regelmäßige Kontrollen derzeit nicht für nötig.“

Mittlerweile kann Haumann gut mit dem Teil-Rauchverbot in rheinland-pfälzischen Kneipen leben. Er sehe keinen Änderungsbedarf und sehne sich eigentlich auch nicht nach der Zeit zurück, wo man nach einem Kneipenbesuch wie ein Aschenbecher gestunken habe, sagt der Dehoga-Chef.