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Weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Auch rund 30 Schleusenwärter legten gestern für eine Stunde die Arbeit an der Mosel sowie an den 23 Lahnschleusen nieder, hier die Moselschleuse in Bruttig-Fankel. Foto: Thomas Frey/dpa
Auch rund 30 Schleusenwärter legten gestern für eine Stunde die Arbeit an der Mosel sowie an den 23 Lahnschleusen nieder, hier die Moselschleuse in Bruttig-Fankel. Foto: Thomas Frey/dpa FOTO: Thomas Frey/dpa
Mainz/Koblenz. In Rheinland-Pfalz ruht in dieser Woche die Arbeit in so mancher Behörde. Grund sind Warnstreiks, zu denen mehrere Gewerkschaften aufgerufen haben. Betroffen sind am Mittwoch auch eine Mosel- sowie die Lahnschleusen. In den nächsten Tagen geht es weiter. Agentur

Bei weiteren Warnstreiks im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen haben Beschäftigte am Mittwoch zeitweise die Arbeit niedergelegt. Aktionen gab es in Idar-Oberstein und Birkenfeld sowie an Schleusen im Land. Dem Aufruf von Verdi folgten für zwei Stunden bis zu 150 Beschäftigte der Stadtverwaltung Idar-Oberstein, der Stadtwerke Idar-Oberstein sowie des Wasserzweckverbands Birkenfeld. Zudem legten rund 30 Schleusenwärter von 11.30 Uhr an für eine Stunde die Arbeit an der Mosel in Koblenz sowie an den 23 Lahnschleusen nieder.

In der Zeit des Warnstreiks seien keine Schiffe geschleust worden, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri in Koblenz. Auch der Schiffstunnel im hessischen Weilburg sei betroffen gewesen. Falls es bei den weiteren Verhandlungen mit den Arbeitgebern keine Bewegung gebe, seien auch Arbeitsniederlegungen über komplette Tage denkbar.

Bereits am Dienstag waren etwa in Mainz Hunderte städtische Beschäftigte, darunter Kita-Mitarbeiter, in den Ausstand getreten (wir berichteten). In den kommenden Tagen soll es im ganzen Land weitere Aktionen geben. Mehrere Gewerkschaften wollen damit wenige Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern den Druck erhöhen.

Weitere kurzzeitige Arbeitsniederlegungen seien für heute in Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer, Landau, Kaiserslautern und Pirmasens geplant, sagte der rheinland-pfälzische Verdi-Chef Michael Blug gestern. Dort würden die Warnstreiks jeweils maximal drei Stunden dauern, entweder zu Arbeitsbeginn oder -ende. Betroffen seien die Verwaltung, die Müllabfuhr, die Stadtwerke, die Bundesagentur für Arbeit , die Deutsche Rentenversicherung sowie Kliniken. Im letzteren Fall sei die Versorgung der Patienten aber sichergestellt, sagte Blug.

Bundesweit ruft auch der Deutschen Beamtenbund (dbb) seine Mitglieder auf, sich an Warnstreiks zu beteiligen. Im Falle von Rheinland-Pfalz läuft das über die Gewerkschaft komba mit Sitz in Koblenz. Sie kündigte Warnstreiks und eine Mahnwache für heute in Koblenz an. Betroffen seien die Stadtverwaltung und die dortigen Entsorgungsbetriebe, sagte der Landesvorsitzende Rolf Führ. Auch in Worms, Ludwigshafen und Trier seien in den kommenden Tagen Aktionen geplant, so Führ weiter.

Sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn, und sie wehren sich gegen eine Kürzung der Altersversorgung. Die Arbeitgeber sind nach eigenen Angaben zu einer "angemessenen Lohnerhöhung" bereit, haben aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Die zweite bundesweite Verhandlungsrunde ist am 11. und 12. April in Potsdam.