| 20:43 Uhr

Forderung
Weißer Ring: Strafrecht muss stärkeren Opferschutz bieten

Mainz. Videotechnik und elektronische Fußfesseln: Der Weiße Ring will mehr Rechte für Opfer im Strafrecht.

(dpa) Der Weiße Ring macht sich für mehr Opferrechte im Strafrecht stark. Der Bundesvorsitzende der Opferschutzorganisation, Jörg Ziercke, hat den Einsatz von Videotechnik bei richterlichen Vernehmungen, elektronische Fußfesseln bei gewalttätigen Beziehungsdelikten und die Abschaffung des „Rauschparagrafen“ im Straßenverkehr gefordert.

Videotechnik bei richterlichen Vernehmungen sei bisher bei Kindern und Jugendlichen möglich. „Das müssen wir aber bei allen besonders schutzbedürftigen Zeugen und Opfern haben“, sagte Ziercke, der früher Präsident des Bundeskriminalamtes war. Dies gelte insbesondere für weibliche Opfer von Sexualdelikten. Die Ton- und Videoaufnahmen sollten die ergänzende Vernehmung der Opfer in der Hauptverhandlung möglichst überflüssig machen. „Damit nicht zusätzliche Traumata entstehen durch immer wieder erneute Darstellung des Geschehens.“

Die elektronische Fußfessel bei gewalttätigen Beziehungsdelikten müsse ins Gewaltschutzgesetz aufgenommen werden, verlangte Ziercke. Häusliche Gewalt, Stalking und Verstöße gegen das Kontakt- und Näherungsverbot nannte der 72-Jährige als Beispiele.



Der Chef des Weißen Rings sprach sich auch dafür aus, zehn Prozent aller Geldstrafen an Opferhilfeeinrichtungen abzuführen.

(dpa)