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Weißer Ring mit neuer Bundesvorsitzenden

Halle/Mainz. Der Opferschutz-Verein Weißer Ring wird künftig von einer neuen Bundesvorsitzenden angeführt. Die ehemalige nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (Foto: dpa) wurde auf der Bundesdelegiertenversammlung der Organisation in Halle mit überwältigender Mehrheit gewählt, hieß es gestern in einer Mitteilung

Halle/Mainz. Der Opferschutz-Verein Weißer Ring wird künftig von einer neuen Bundesvorsitzenden angeführt. Die ehemalige nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (Foto: dpa) wurde auf der Bundesdelegiertenversammlung der Organisation in Halle mit überwältigender Mehrheit gewählt, hieß es gestern in einer Mitteilung. Die 60-Jährige folgt auf Reinhard Böttcher, der aus Altersgründen aus dem Amt schied. Aufgrund seiner besonderen Verdienste um den Opferschutz wurde der ehemalige Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg Ehrenvorsitzender des Weißen Rings. Müller-Piepenkötter, die 30 Jahre lang als Richterin arbeitete, sagte: "Das Strafrecht muss vom Opfer aus gedacht werden. Es kann keinen Rechtsfrieden geben, wenn die Belange von Kriminalitätsopfern hinten anstehen." Doch nicht nur in der Justiz sei noch viel zu tun. In der Jugendsprache werde das Wort "Opfer" inzwischen als Schimpfwort genutzt. Hilfsbereitschaft und Solidarität schienen in der Gesellschaft an Bedeutung verloren zu haben. Der Weiße Ring betreibt ein bundesweites Netz mit 420 Anlaufstellen für Kriminalitätsopfer. Mehr als 3000 Ehrenamtliche helfen den Opfern und ihren Familien mit Rat und Tat zur Seite. Die Bundesgeschäftsstelle ist in Mainz. dpa