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Mindestens einmal pro Jahr
Wegen Tierschutz: Gericht zwingt Schäfer zur Schur

Trier. Ein Schäfer muss seine Schafe scheren. Unterlässt er dies, kann er für die amtstierärztlichen Kontrollen zur Kasse gebeten werden. Die nicht erfolgte Schur sei ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, entschied jetzt das Trierer Verwaltungsgericht und gab damit der Bitburg-Prümer Kreisverwaltung recht.

Die Behörde hatte einem Eifeler Schäfer für eine Nachkontrolle einen Gebührenbescheid über 116,66 Euro geschickt. Die Nachkontrolle wurde fällig, weil eine Amtstierärztin zuvor mehrfach festgestellt hatte, dass der Schäfer seine Tier nicht schert. Daneben erließ die Behörde eine tierschutzrechtliche Verfügung, wonach die Tiere mindestens einmal im Jahr von ihrer Wolle befreit werden müssten.

Der Schäfer wollte das nicht akzeptieren, zog erst vor den Kreisrechtsausschuss und nach seiner Niederlage dort vors Verwaltungsgericht. Doch auch die Trierer Verwaltungsrichter beurteilten den Fall nicht anders als die Bitburg-Prümer Beamten. Die jährliche Schur gehöre zur erforderlichen Pflege, urteilten die Richter, da die Schafe keinen natürlichen Wollwechsel aufwiesen.

Ob der Schäfer das Urteil akzeptiert, war zunächst unklar. Er kann dagegen beim Oberverwaltungsgericht in Koblenz vorgehen.