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Warnstreik mit hunderten kommunalen Beschäftigten

Mainz. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Deutschland werden von Warnstreiks begleitet. Auch in Mainz legten Beschäftigte die Arbeit nieder. Weitere Aktionen sollen folgen. Agentur

Trillerpfeifen, Fahnen und vorzeitig geschlossene Kitas: Hunderte städtische Beschäftigte sind gestern in Mainz für mehrere Stunden in einem Warnstreik getreten - 150 von ihnen versammelten sich am Mittag am Dom zu einer Kundgebung. Ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi sagte, nach einer unbefriedigenden ersten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst solle der Druck auf Arbeitgeber erhöht werden.

Der Verdi-Landeschef für Rheinland-Pfalz-Saarland, Michael Blug, nannte es unverschämt, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU ) zwar den großen Einsatz des öffentlichen Dienstes auch für Flüchtlinge gelobt habe, aber nicht mehr Lohn zahlen wolle.

Elf der 52 städtischen Kitas in Mainz schlossen nach Angaben des Rathauses schon um zwölf Uhr. Einen Notdienst gab es nicht. Neben Erzieherinnen beteiligten sich auch Mitarbeiter der Müllabfuhr und weitere Beschäftigte der Stadtverwaltung am Warnstreik.

Verdi fordert bundesweit sechs Prozent mehr Lohn und wehrt sich gegen eine Kürzung der Altersversorgung. Es werde auch in Rheinland-Pfalz zu weiteren Warnstreiks kommen.

Die Arbeitgeber sind nach eigenen Worten zu einer "angemessenen Lohnerhöhung" bereit, haben allerdings noch kein konkretes Angebot vorgelegt. Sie kritisierten, dass bereits vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen am 11. und 12. April gestreikt werde.