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Höfken stellt Bericht vor
Wald in Rheinland-Pfalz ist in ernstem Zustand

 Die langanhaltende Hitze und Trockenheit sind die größten Probleme für den Wald im Land.
Die langanhaltende Hitze und Trockenheit sind die größten Probleme für den Wald im Land. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Ober-Olm. 82 Prozent der Waldbäume im Land sind geschädigt. Schuld sind die langanhaltende Hitze und Trockenheit. „Der Wald ist systemrelevant“, warnt Ministerin Höfken.

(dpa) Das zweite trockene Jahr in Folge hat den Wäldern in Rheinland-Pfalz massiv zugesetzt. „Der Wald verdurstet“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts am Donnerstag in Ober-Olm bei Mainz. Der Bericht weist für Fichten und Kiefern, Buchen, Eichen und andere Arten einen Anteil geschädigter Bäume von 82 Prozent aus. Dies ist der gleiche Wert wie im Vorjahr und der höchste Wert seit Beginn der Erhebung vor 35 Jahren. „Die langanhaltende Hitze und Trockenheit treffen unser Land das zweite Jahr in Folge“, sagte Höfken.

Die Bäume könnten Käfer- und Pilzbefall nicht mehr abwehren, weil sie geschwächt seien, erklärte die Ministerin. Grund dafür sei die Klimaveränderung und die damit verbundene Dürre.

Während der Waldzustandserhebung im Sommer auf der Grundlage von 3840 „Probebäumen“ wurden auch die Schäden durch Trockenheit gezielt erfasst. „Noch nie waren so viele Bäume abgestorben oder kurz davor“, sagte Höfken.



Der Waldzustandsbericht – die Ministerin sprach sich für die Rückkehr zum früheren Begriff „Waldschadensbericht“ aus – hält fest, dass in diesem Jahr 2,6 Prozent der untersuchten Bäume als „stark geschädigt“ (2018: 1,9 Prozent) und 1,1 Prozent (2018: 0,6 Prozent) als „abgestorben“ eingestuft wurden.

Regional waren die Pfälzer Rheinauen, die Umgebung von Koblenz und die Region rund um den Donnersberg besonders betroffen. Auch der Westerwald hat erheblich gelitten, während der Pfälzerwald weniger geschädigt wurde.

„Der Wald ist systemrelevant“, betonte Höfken. Neben der Bedeutung für die Aufnahme von Kohlendioxid (CO2) und damit für den Klimaschutz wies sie besonders auf die holzbasierte Wirtschaft mit 50 000 Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und einem Umsatz von neun Milliarden Euro hin.

(dpa)