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Ursache für Feuer bleibt unklar

Ludwigshafen. Auch eineinhalb Wochen nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen mit neun Toten ist die Ursache für das Feuer ungeklärt. "Wir schließen nichts aus zurzeit", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, gestern in Ludwigshafen. Wann es ein Ergebnis geben werde, könne er derzeit noch nicht sagen

Ludwigshafen. Auch eineinhalb Wochen nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen mit neun Toten ist die Ursache für das Feuer ungeklärt. "Wir schließen nichts aus zurzeit", sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, gestern in Ludwigshafen. Wann es ein Ergebnis geben werde, könne er derzeit noch nicht sagen. Liebig schloss auch nicht völlig aus, dass die Brandursache ungeklärt bleiben könnte. Klar ist demnach bislang nur, dass das Feuer im Keller des viergeschossigen Wohnhauses ausbrach. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen. Liebig sagte, die Befragung von zwei acht und neun Jahre alten Mädchen, die einen Brandstifter gesehen haben wollen, sei noch nicht beendet. Er könne auch noch nicht sagen, ob auf der Basis der Aussagen ein Phantombild erstellt werden könne. Liebig betonte, dass in dem Haus keine Hinweise auf Brandbeschleuniger gefunden worden seien. Neben Brandstiftung ziehen die Ermittler auch einen technischen Defekt in Betracht. Liebig berichtete außerdem von einem Schreiben an die Zeitung "Mannheimer Morgen", in dem sich ein "Deutscher Widerstand" zu einem Anschlag auf das Haus bekennt. Liebig sagte, dabei handele es sich eindeutig um das Schreiben eines Trittbrettfahrers. Die rund 80-köpfige Sonderkommission "Danziger Platz" hat bislang fast 150 Spuren vorliegen, von denen gut 100 abgearbeitet seien. Dazu zählten Hinweise aus der Bevölkerung, aus den Medien und aus Zeugenbefragungen, sagte ein Polizeisprecher. Der Leiter der Ermittlungsgruppe, Eberhard Weber, sagte, es sei ein Problem, dass viele Zeugen nur über mehrere Ecken etwas gehört haben wollen. Unterdessen ging die Untersuchung des Schutts von der Brandruine weiter. Die Ermittler erhoffen sich Erkenntnisse zur Brandursache. Auf einem Spendenkonto sind mehr als 157000 Euro eingegangen. dpa