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Umfrage der IHK
Unternehmen klagen über Defizite bei Azubis

 DGB-Landeschef Dietmar Muscheid mahnt, angesichts des Fachkräftemangels, vor der  Entwicklung.    Foto: Frey/dpa
DGB-Landeschef Dietmar Muscheid mahnt, angesichts des Fachkräftemangels, vor der Entwicklung. Foto: Frey/dpa FOTO: picture alliance / Thomas Frey/d / Thomas Frey
Mainz. In Rheinland-Pfalz werden immer mehr Ausbildungsplätze nicht besetzt. Als Hauptgrund wird in einer IHK-Umfrage der Mangel an geeigneten Bewerbern genannt.

(dpa) Die gewerblichen Betriebe in Rheinland-Pfalz suchen händeringend nach Auszubildenden und bemängeln, dass „mehr als zwei Drittel der Schüler mit Defiziten in die Arbeitswelt“ starten.

Nach einer am Dienstag in Mainz vorgestellten Erhebung der IHK konnten 2018 30,6 Prozent der Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Seit 2010 habe sich die Zahl der offenen Ausbildungsplätze auf 2600 verdreifacht. „Wir erwarten auch in diesem Jahr eine Zunahme unbesetzter Ausbildungsplätze“, sagte Michael Böffel von der IHK Pfalz. An der bundesweit organisierten Online-Befragung im Mai beteiligten sich 553 Unternehmen in Rheinland-Pfalz.

Fast zwei Drittel der Unternehmen (64,4 Prozent) bemängelten in dieser Befragung Leistungsbereitschaft und Motivation der Schulabgänger. Danach folgten sprachliches Ausdrucksvermögen, Belastbarkeit, Disziplin, elementare Rechenfertigkeiten und Umgangsformen (34,5 Prozent). Die Gründe dafür seien auch in den Elternhäusern zu finden, sagte Böffel.



Nahezu drei Viertel (73,6 Prozent) gaben als Grund für nicht besetzte Ausbildungsplätze an, dass keine geeigneten Bewerbungen eingegangen seien. Künftig werde die Bedeutung von IT-Kompetenzen zunehmen.

Laut DGB gibt es in Rheinland-Pfalz aktuell nahezu 80 000 Menschen zwischen 20 und 30 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung, die zumeist als ungelernte Kräfte arbeiten. „Jedes Jahr kommen tausende junge Menschen dazu, die wir beim Übergang von der Schule ins Berufsleben verlieren“, beklagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid. „Das ist eine Situation, die für die Betroffenen dramatisch ist und die wir uns angesichts des vielbeschworenen Fachkräftemangels nicht leisten können.“