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100 Stellen werden abgebaut
Uniklinik von Rheinland-Pfalz rutscht tief ins Rekord-Minus

 Die Gebäude seien vor mehr als 100 Jahren mit ganz anderen Anforderungen errichtet worden, nennt die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als einen Grund für die sehr negative Wirtschaftsbilanz 2018.
Die Gebäude seien vor mehr als 100 Jahren mit ganz anderen Anforderungen errichtet worden, nennt die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als einen Grund für die sehr negative Wirtschaftsbilanz 2018. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. (dpa) Die Universitätsmedizin Mainz ist im vergangenen Jahr so tief in die roten Zahlen gestürzt wie nie zuvor. Der Jahresfehlbetrag stieg um 80 Prozent auf 59,7 Millionen Euro, teilte der Vorstandsvorsitzende Norbert Pfeiffer am Mittwoch mit.

Den großen Sprung im Vergleich zum Vorjahr mit einem Defizit von 33,1 Millionen Euro führte er auf einen Anstieg von Kosten für die Gebäudesanierung um sieben Millionen sowie auf zusätzliche Rückstellungen von 22 Millionen Euro zurück.

Für das laufende Jahr sieht der Wirtschaftsplan den Abbau von 100 der rund 5700 Vollzeitstellen vor. Gekürzt werden soll in allen Bereichen mit Ausnahme der Pflege.

Gegen den Bundestrend stieg 2018 die Zahl der stationär betreuten Patienten um 0,6 Prozent auf 69 324, wie Pfeiffer ausführte. Die Zahl der ambulant behandelten Patienten kletterte um 1,2 Prozent auf 282 317. Die Erlöse aus dem Krankenhausbetrieb nahmen um 4,1 Prozent auf 457,6 Millionen Euro zu, der Gesamtumsatz stieg um 5,2 Prozent auf 775,5 Millionen Euro.



An anstehenden baulichen Veränderungen nannte der Vorstandsvorsitzende die Fertigstellung der Transfusionsmedizin bis spätestens Anfang 2020, den Bau einer neuer Zahnmedizinklinik, neue Forschungsbauten, die Erweiterung der Herzmedizin mit einem Herzklappenzentrum und die Krebsklinik.

Als Aufsichtsratsvorsitzender sagte Wissenschaftsministeriums-Staatssekretär Denis Alt (SPD), das Land erwarte, „dass das wirtschaftliche Ergebnis sich verbessert“. Dabei werde allerdings anerkannt, „dass hier keine Schrauben hergestellt werden, sondern Patienten behandelt werden“.