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Übernahme des Flugplatzes Bitburg geplatzt

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen, hatte gestern schlechte Nachrichten im Gepäck: Die Übernahme des ehemaligen Militär-Airports durch einen Privatinvestor ist geplatzt. Foto: Harald Tittel/dpa
Der CDU-Landtagsabgeordnete und Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen, hatte gestern schlechte Nachrichten im Gepäck: Die Übernahme des ehemaligen Militär-Airports durch einen Privatinvestor ist geplatzt. Foto: Harald Tittel/dpa
Bitburg. Die geplante Übernahme des Bitburger Flugplatzes ist geplatzt. Der Unternehmer Frank Lamparski habe die 30 Millionen Euro Startkapital vor Ablauf der vereinbarten Frist nicht nachweisen können, teilte die Flugplatz Bitburg GmbH gestern mit. Damit fehlt eine wichtige Voraussetzung für das Geschäft Von dpa-Mitarbeiterin Birgit Reichert

Bitburg. Die geplante Übernahme des Bitburger Flugplatzes ist geplatzt. Der Unternehmer Frank Lamparski habe die 30 Millionen Euro Startkapital vor Ablauf der vereinbarten Frist nicht nachweisen können, teilte die Flugplatz Bitburg GmbH gestern mit. Damit fehlt eine wichtige Voraussetzung für das Geschäft. Der luxemburgische Flughafenplaner hätte die Summe auf ein projektgebundenes Konto überweisen müssen, das Ultimatum war in der Nacht zu gestern ausgelaufen. "Der Deal ist geplatzt", sagte der Aufsichtsratschef der Flugplatz Bitburg GmbH, Michael Billen.Lamparski hatte den Flugplatz nach eigener Aussage zu einem internationalen Fracht- und Passagierflughafen ausbauen wollen. Der Unternehmer hält rund 40 Prozent der Flughafen-Anteile, knapp 55 Prozent gehören dem Kreis Bitburg-Prüm und der Stadt Bitburg. Fünf Prozent sind in der Hand von zwei Privatfirmen.

Ursprünglich hatte Lamparski den Geldnachweis bereits bis Ende 2011 liefern sollen. Er hat nach eigenen Angaben einen Investor aus Asien an Land gezogen, der angeblich 380 Millionen Euro in den früheren US-Militär-Flugplatz in der Eifel stecken will.

Die Flugplatz Bitburg GmbH will das Gelände trotz des Flops zu einem Verkehrsflughafen ausbauen und betreiben. "Ich bleibe bei der Grundüberzeugung, dass der Flugplatz Bitburg eine Zukunftschance hat. Aber nicht mit Herrn Lamparski", sagte Billen. Er werde bald eine Sitzung des Aufsichtsrates einberufen, um über die Zukunft des Flugplatzes zu beraten.



Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) hat dagegen andere Pläne: Nach ihren Vorstellungen könnte die Fläche unter anderem für regenerative Energien genutzt werden. Das Ministerium wolle nun eine Lenkungsgruppe für die Zukunft des Flugplatzes einrichten. "Die Unsicherheiten müssen ein Ende haben, damit die Region eine realistische Perspektive erhält, wie es auf der Liegenschaft weiter geht", erklärte Ressortchefin Lemke.

Es gebe mehrere Vorschläge, wie die ehemaligen Militärflächen künftig genutzt und dabei Klimaschutz und Energiewende miteinbezogen werden könnten. Denkbar seien zum Beispiel Stromerzeugung durch Photovoltaik, Windenergie oder der Anbau von Energiepflanzen für Biogasanlagen, sagte die Ministerin. "Die Unsicherheiten müssen ein Ende haben, damit die Region eine realistische Perspektive erhält, wie es auf der Liegenschaft weiter geht."

Wirtschaftsministerin

Eveline Lemke