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Trödel-Händler demonstrieren

Rheinland-Pfalz will Trödelmärkte an Sonn- und Feiertagen erlauben und feilt an einem entsprechenden Gesetz. In Mainz demonstrierten gestern Händler für eine schnelle Umsetzung. Foto: Tim Brakemeier/dpa
Rheinland-Pfalz will Trödelmärkte an Sonn- und Feiertagen erlauben und feilt an einem entsprechenden Gesetz. In Mainz demonstrierten gestern Händler für eine schnelle Umsetzung. Foto: Tim Brakemeier/dpa
Mainz. "Liebe Grüne - wo bleibt euer Einsatz?" So steht es auf einem der vielen Plakate zu lesen, die Protestler gestern vor dem Wirtschaftsministerium in Mainz schwenken. Auf einem anderen Plakat heißt es: "Wie lange müssen wir noch warten?" Trödel-Händler Roman Lücker aus Kinheim an der Mosel klagt: "Wir werden seit mehr als einem Jahr nur vertröstet Von Merkur-Korrespondent Frank Giarra

Mainz. "Liebe Grüne - wo bleibt euer Einsatz?" So steht es auf einem der vielen Plakate zu lesen, die Protestler gestern vor dem Wirtschaftsministerium in Mainz schwenken. Auf einem anderen Plakat heißt es: "Wie lange müssen wir noch warten?" Trödel-Händler Roman Lücker aus Kinheim an der Mosel klagt: "Wir werden seit mehr als einem Jahr nur vertröstet." Sein Kollege Klaus Stellmacher aus dem Westerwald hat die Demonstration organisiert. Damit soll die zuständige Mainzer Ministerin Eveline Lemke (Grüne) zum Handeln gezwungen werden.Die Problemlage ist komplex. Auf der einen Seite stehen die Interessen der Veranstalter und Aussteller von Trödelmärkten. Sie haben inzwischen 11 000 Unterschriften von Flohmarkt-Besuchern für Sonntagsmärkte gesammelt und eine Petition beim Bürgerbeauftragten eingereicht.

Auf der anderen Seite gilt es, den Schutz der Sonn- und Feiertage zu gewährleisten. Laut Oberverwaltungsgericht Koblenz muss der Gesetzgeber ein tragfähiges Konzept erarbeiten, aus dem klar hervorgeht, dass an Sonn- und Feiertagen in der Regel nicht gearbeitet wird und Trödelmärkte nur Ausnahmen darstellen.

"Wir nehmen in diesem Fall als erstes Bundesland die Gesetzgebungskompetenz der Föderalismusreform I aus dem Jahr 2006 in Anspruch und können nicht auf Erfahrungen anderer Länder zurückgreifen", wirbt eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums um Verständnis dafür, dass ein "sorgfältiges und zeitaufwändiges Vorgehen" erforderlich sei. Ein Gesetzentwurf wird derzeit mit den Ressorts Arbeit, Innen und Justiz abgestimmt und soll nach der Sommerpause dem Kabinett vorgelegt werden.



Händler Roman Lücker und seinen Kollegen läuft derweil die Zeit davon. Sie beklagen heftige Umsatzeinbußen, weil die Behörden in der Regel nur noch an verkaufsoffenen Sonntagen Flohmärkte genehmigen. Wobei ein Händler klagt, dass in Mayen aus Traditionsgründen eine Veranstaltung an einem normalen Sonntag erlaubt worden sei.