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Trierer Sanierer will Nürburgring-Mythos und Formel 1 retten

Nürburg/Trier. Geht es nach dem Willen des Trierer Rechtsanwalts Thomas Schmidt und seines Koblenzer Kollegen Jens Lieser, müssen sich die Fans von schnellen Autos, starken Brummis und fetziger Rockmusik keine Gedanken machen. Dann wird es die Formel 1, den ADAC-Truck-Grand-Prix oder "Rock am Ring" auch 2013 in der Eifel geben Von Merkur-Korrespondent Rolf Seydewitz

Nürburg/Trier. Geht es nach dem Willen des Trierer Rechtsanwalts Thomas Schmidt und seines Koblenzer Kollegen Jens Lieser, müssen sich die Fans von schnellen Autos, starken Brummis und fetziger Rockmusik keine Gedanken machen. Dann wird es die Formel 1, den ADAC-Truck-Grand-Prix oder "Rock am Ring" auch 2013 in der Eifel geben. "Wir glauben an die Zukunft des Rings, und wir wollen den Mythos Nürburgring erhalten", sagte Lieser gestern bei einer Pressekonferenz am Nürburgring.Dazu hatten die beiden Juristen eingeladen, nachdem sie am Vortag offiziell ihre neuen Jobs übernahmen. "Eine Herkulesaufgabe", wie ihr Sprecher Pietro Nuvoloni meint. Die beiden haben allerdings wirklich einen Job übernommen, der zuletzt schon so manchen Kopf und Kragen gekostet hat: Sie sollen den Nürburgring retten. Diesen Auftrag bekamen die beiden Sanierungsexperten von den Ringbesitzern, ihren Gläubigern und dem Direktor des Amtsgerichts Bad Neuenahr-Ahrweiler. Der Richter ist zuständig, wenn ein Unternehmen nicht mehr zahlen kann und Insolvenzantrag stellt. So wie es die Geschäftsführer der Nürburgring GmbH am Freitag gemacht haben (wir berichteten). Gestern waren sie schon nicht mehr im Amt. "Sie sind von ihren Aufgaben entbunden worden", sagt ihr Nachfolger Professor Thomas Schmidt, der nun Alleingeschäftsführer ist.

Sein Koblenzer Kollege Jens Lieser, ebenfalls ein Insolvenzexperte, soll ihm bei der vom Gericht abgesegneten Sanierung in Eigenverwaltung aber auf die Finger schauen. Zunächst will sich Schmidt mit der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH (NAG) einigen, bevor er Verträge abschließen und Investoren suchen kann. Das soll schnell gehen. Ein Termin für das Treffen sei bereits vereinbart, sagte NAG-Sprecher Karl-Heinz Steinkühler unserer Zeitung.