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Tausendfacher Protest gegen Fluglärm

 Trügerische Idylle: In der Einflugschneise des Flughafens von Frankfurt am Main geht es nicht gerade leise zu. Foto: dpa
Trügerische Idylle: In der Einflugschneise des Flughafens von Frankfurt am Main geht es nicht gerade leise zu. Foto: dpa
Mainz. Gegen den zunehmenden Frankfurter Fluglärm haben am vergangenen Samstag in Mainz nach Polizeiangaben 2500 Demonstranten protestiert. Ein Lautsprecherwagen ließ Fluglärm erschallen. Auf Transparenten war zu lesen: "Mehr Lebensqualität durch weniger Lärm

Mainz. Gegen den zunehmenden Frankfurter Fluglärm haben am vergangenen Samstag in Mainz nach Polizeiangaben 2500 Demonstranten protestiert. Ein Lautsprecherwagen ließ Fluglärm erschallen. Auf Transparenten war zu lesen: "Mehr Lebensqualität durch weniger Lärm."Der Demonstrationszug bewegte sich vom Mainzer Hauptbahnhof zum Gutenbergplatz am Dom, wo sich die Teilnehmer zur Abschlusskundgebung mit dem Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel (SPD) trafen. Redner forderten die rheinland-pfälzische SPD-Landesregierung auf, sich weiterhin für ein Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen einzusetzen.

Zu der Protestveranstaltung gegen eine Verschiebung von Flugrouten und Fluglärm in Richtung Mainz und Rheinhessen hatten Bürgerinitiativen und Parteien aufgerufen. Laut Polizei verlief die Demonstration friedlich. Die Grünen sprachen von einem "deutlichen Signal gegen Fluglärm und den Ausbau des Flughafens". Erst am Freitag hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) der schwarz-gelben hessischen Landesregierung Wortbruch vorgehalten (wir berichteten). Diese habe faire Flugpläne und ein Nachtflugverbot fest zugesagt - doch beides sei nicht eingetreten. Rheinland-Pfalz werde das nicht hinnehmen, kündigte Beck an.

Ins selbe Horn stieß am Samstag der hessische SPD-Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel: "Das Unverständnis über den glatten Wortbruch der hessischen Landesregierung beim Nachtflugverbot besteht auf beiden Seiten des Rheins." Sie ziehe sogar vor das Bundesverwaltungsgericht, um gegen ihr eigenes Wort zu klagen. Die vom Fluglärm betroffenen Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz seien schwer getäuscht worden.



Der Landesvorstandssprecher der rheinland-pfälzischen Grünen, Daniel Köbler, sagte, die Flugrouten dürften nicht nach dem St.-Florians-Prinzip zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen verschoben werden. Die Grünen seien stets gegen den Ausbau des Flughafens gewesen. "Auf die Unterstützung der Landesregierung haben wir dabei vergeblich gewartet", kritisierte Köbler.

Der größte deutsche Flughafen Frankfurt will im Herbst die neue Nordwestlandebahn in Betrieb nehmen. Diese vierte Bahn erweitert die Kapazität um die Hälfte. Mit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober 2011 sollen statt rund 80 Starts und Landungen in der Stunde rund 120 möglich sein. dpa