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Für die vorausschauende Planung
Szenarien für Politik errechnen: Simulationslabor entsteht in Trier

Trier. An der Universität Trier wird künftig fleißig für die Politik gerechnet. Ob beim Thema Pflegebedarf, Integration von Migranten oder Landflucht: Wissenschaftler simulieren anhand von riesigen Datenmengen Szenarien, „um damit der Politik eine vorausschauende Planung zu ermöglichen“, teilte die neu gebildete Forschungsgruppe gestern mit. Dazu solle nun ein bundesweites Simulationslabor an der Trierer Uni entstehen, für das die Deutsche Forschungsgemeinschaft zwei Millionen Euro bereitstellt.

Das Projekt sei europaweit einmalig, sagte der Leiter des Forscherteams Ralf Münnich, Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Uni Trier. Als Kooperationspartner seien das Statistische Bundesamt und die Universität Duisburg-Essen mit im Boot. Es solle ein Simulationsmodell entwickelt werden, „mit dem man infrastrukturelle Entwicklungen in der deutschen Gesellschaft fundiert vorhersagen können wird“, sagte der Statistiker. Forschende aus allen Fächern könnten sich anschließen.

Als erste Analysefelder werde sich die Gruppe die Themen Pflege und Migranten auf dem Arbeitsmarkt vornehmen. Mit den Szenarien sollte die Politik „frühzeitig Fehlentwicklungen der Gesellschaft entgegen treten können“, sagte Münnich. Später sei das Modell auf andere Bereiche übertragbar, beispielsweise Ärztenotstand oder Einkommensentwicklung.

Bei den Simulationen können die Trierer Statistiker auf einen reichen Daten-Fundus zurückgreifen. Sie haben 2011 die statistische Methodik für Zensus-Befragung untersucht – und noch die anonymisierte Register-Auswertung der Zensus-Forschungsarbeiten auf ihren Rechnern.



(dpa)