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Suche nach Nationalpark-Region in Rheinland-Pfalz wird eingegrenzt

Mainz. Bei der Suche nach einer geeigneten Region für den ersten rheinland-pfälzischen Nationalpark stehen fünf Gebiete in der engeren Auswahl. Gute Chancen sieht das Umweltministerium demnach für den Saargau-Hochwald, den Idarwald-Hochwald, den Soonwald, den Pfälzerwald und - rein theoretisch - für den Truppenübungsplatz Baumholder

Mainz. Bei der Suche nach einer geeigneten Region für den ersten rheinland-pfälzischen Nationalpark stehen fünf Gebiete in der engeren Auswahl. Gute Chancen sieht das Umweltministerium demnach für den Saargau-Hochwald, den Idarwald-Hochwald, den Soonwald, den Pfälzerwald und - rein theoretisch - für den Truppenübungsplatz Baumholder. Wichtige Kriterien seien unter anderem, dass das Areal überwiegend dem Land gehöre und 8000 bis 10 000 Hektar groß sei, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) gestern in Mainz. Dies wären 80 bis 100 Quadratkilometer, was etwa der Größe der Nordsee-Inseln Föhr oder Sylt entspricht.Der Saargau-Hochwald liegt im Kreis Trier-Saarburg, der Idarwald-Hochwald in den Kreisen Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld und Trier-Saarburg, der Soonwald im Rhein-Hunsrück-Kreis und im Kreis Bad Kreuznach. Für Baumholder kommt derzeit ein Nationalpark nicht infrage, da das Areal militärisch genutzt wird. Nun erwarte das Ministerium bis Ende des Jahres die Bewerbungen aus den Regionen, sagte Höfken. "Theoretisch wäre es auch möglich, mehrere einzurichten." Die Einrichtung der Schutzzone sei für 2013 geplant.

Neben Größe und Besitzverhältnissen sei es bei der Vorauswahl auch wichtig gewesen, dass das Gebiet eine herausragende Rolle im Verbund der Biotope hat und weitgehend unzerschnitten ist. "Der Nationalpark ist eine große Chance für die Entwicklung einer Region, da er Arbeitsplätze schafft, den Tourismus ankurbelt und Identität stiftet", sagte Höfken. Sollte sich eine andere Region, die nicht in der engeren Auswahl ist, einen Nationalpark wünschen, wären Bewerbungen ebenso willkommen. dpa



Stichwort

Im Nationalpark ist die Natur im überwiegenden Teil des Gebiets sich selbst überlassen. 75 Prozent der Fläche müssen nach internationalen Standards nutzungsfrei sein. Die Schutzzone wird über Rechtsverordnungen der Länder ausgewiesen. Waldbesucher sind erwünscht und dürfen auf den Wegen wandern, Rad fahren und reiten. In Deutschland gibt es bislang 14 Nationalparks, dazu zählen die Schutzzonen im Bayerischen Wald, im Harz, in der nordrhein-westfälischen Eifel und im hessischen Kellerwald. Auch der Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern und das Wattenmeer gehören dazu. dpa