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Spur von Wohlleben nach Rheinland-Pfalz

Mainz. Der inhaftierte Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben hatte Kontakte nach Rheinland-Pfalz. Wie das Innenministerium gestern in Mainz mitteilte, gestaltete Wohlleben die Internetseite des "Aktionsbüros Rhein-Neckar"

Mainz. Der inhaftierte Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben hatte Kontakte nach Rheinland-Pfalz. Wie das Innenministerium gestern in Mainz mitteilte, gestaltete Wohlleben die Internetseite des "Aktionsbüros Rhein-Neckar". Dies ist laut Ministerium eine "Informations- und Koordinierungsstelle" mehrerer neonationalsozialistischer Kameradschaften im Dreiländereck Hessen- Baden-Württemberg-Rheinland-Pfalz. Wohlleben steht im Verdacht, die rechtsextremistische Terrorzelle aus Zwickau unterstützt zu haben.Es seien in Rheinland-Pfalz weiterhin keine Verbindungen zu der Mordserie der Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) bekannt, teilte das Ministerium mit. Im Zuge der Ermittlungen zur NSU seien mögliche Kontakte geprüft worden. Dabei kam heraus, dass Wohlleben bei der Gestaltung der Internetseite des "Aktionsbüros Rhein-Neckar" mitgewirkt habe. "Dies hat er nach hier vorliegenden Erkenntnissen bei weiteren Internetseiten rechtsextremistischer Gruppen in Deutschland gemacht", hieß es. Das sei nichts Ungewöhnliches in rechtsextremistischen Kreisen, "man kennt sich, man hilft sich". Mit sogenannten Aktionsbüros oder -bündnissen koordiniert sich die rechtsextremistische Szene. Als Medium wird hauptsächlich das Internet genutzt. dpa