| 22:05 Uhr

SPD sagt doch für SWR-Fernsehdebatte zu

Mainz. Die SWR-Fernsehrunde vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz schien nach Dreyers Boykottdrohung und Klöckners Absage so gut wie vom Tisch. Nun wird sie wohl doch auf Sendung gehen. dpa-MitarbeiterOliver Riegen

Vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wird es nach langem Hin und Her wohl doch eine SWR-Fernsehdebatte geben - ohne Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ), aber mit der AfD. Die SPD lenkte nach einem Appell des Südwestrundfunks (SWR) gestern überraschend ein und schickt nun Landeschef Roger Lewentz auf die Bühne. Dreyer sagte in Mainz : "Unsere Haltung ist ganz klar: Die Ministerpräsidentin wird nie in das Format "Elefantenrunde" gehen." Lewentz betonte, weil es dann überhaupt keine Sendung gegeben hätte, habe der SWR ein Forum auf Parteienebene vorgeschlagen. "Das finde ich auch in Ordnung", sagte der SPD-Chef und Innenminister. Die Sendung stand zuletzt auf der Kippe, weil Dreyer nicht an TV-Talkrunden teilnehmen will, wenn auch Vertreter der rechtskonservativen Alternative für Deutschland (AfD) dabei sind. Daraufhin lud der SWR nur die Spitzenkandidaten von SPD , CDU und Grünen zu der Diskussion ein. Die Vertreter von AfD, FDP und Linker sollten im Anschluss per Interviews eingespielt werden. Deshalb sagte CDU-Landeschefin Julia Klöckner ihre Teilnahme ab. Danach startete SWR-Intendant Peter Boudgoust einen letzten Versuch und bat die Parteien, ihre Positionen noch einmal zu überdenken. Der SWR plant nun für den 10. März - drei Tage vor der Wahl - eine Diskussionsrunde mit CDU , SPD , Grünen, FDP , der Linken und der AfD. "Damit kann der SWR sein ursprüngliches journalistisches Konzept in Rheinland-Pfalz umsetzen", teilte der Sender mit. Intendant Peter Boudgoust betonte: "Der SWR macht das Programm, und niemand anders." Das Format dreht sich jetzt nicht mehr explizit um die Spitzenkandidaten. Der SWR erklärte: "Uns geht es darum, dass die Parteien mit Persönlichkeiten vertreten sind, die umfassend für die jeweilige Position der Parteien stehen. Dies gelingt nun." Klöckner signalisierte indirekt, sich der AfD zu stellen: "Jetzt sind wir gefragt, mit Argumenten auch in "Elefantenrunden" Gesicht zu zeigen", sagte die Oppositionschefin in der Landtagssitzung angesichts des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus. Die CDU-Herausforderin rief Dreyer zu: "Lassen Sie uns gemeinsam in dieser "Elefantenrunde" sein, denn die Spitzenkandidaten sind eingeladen." Die AfD-Wähler gewinne man nicht mit Abducken zurück. "Wir hätten gemeinsam die AfD demaskieren können." Klöckner hatte ihre Absage in der vergangenen Woche damit erklärt, dass sie nicht an einer auf drei Parteien reduzierten Runde teilnehmen wolle. Zugleich warf sie der SPD Einflussnahme auf den öffentlich-rechtlichen SWR vor. Die SPD und der Sender hatten dies zurückgewiesen.