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88 örtliche Bürgermeister und Ortsvorsteher warnen vor kommunaler Trägerschaft
Spannung vor Abstimmung über Mittelrheinbrücke steigt

Simmern. Die Spannung vor einer geplanten Abstimmung im Rhein-Hunsrück-Kreistag über eine künftige Mittelrheinbrücke steigt. 88 örtliche Bürgermeister und Ortsvorsteher – vor allem Christdemokraten – warnten nach Mitteilung der Kreisverwaltung vom Freitag in einem Appell vor einer kommunalen Trägerschaft wegen „großer Risiken einer finanziellen Überforderung“ des Landkreises. Auch CDU-Landrat Marlon Bröhr dringt auf eine Trägerschaft des Landes bei der geplanten Brücke zwischen St. Goar und St. Goarshausen. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) weist dies zurück. Er sieht die Brücke unter anderem angesichts des erwarteten Verkehrsaufkommens als Kreisstraße und bietet Landeszuschüsse.

Am 12. März soll der Kreistag über das Projekt abstimmen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht die Tagesordnung aber noch nicht fest. Die Fraktionen von SPD, FDP und Freien Wählern wollen demnach in einem gemeinsamen Antrag vielmehr den Beginn des Raumordnungsverfahrens fordern. Die Details der Trägerschaft der Brücke könnten später immer noch entschieden werden. Das ist auch die Ansicht des SPD-Landrats Frank Puchtler des gegenüberliegenden Rhein-Lahn-Kreises, schon lange gestützt von einer Entscheidung des dortigen Kreistags. Sollte der Rhein-Hunsrück-Kreistag gegen eine kommunale Brücke stimmen, das Land aber daran festhalten, wäre das Projekt ungewisser denn je. Bislang gibt es zwischen Koblenz und Mainz keine einzige Rheinbrücke.