| 23:21 Uhr

Neuer Bürgermeister soll am 3. Juni gewählt werden
Rücktritt Helds macht Weg für Neuanfang in Oppenheim frei

Oppenheim/Mainz. Nach massiven Rücktrittsforderungen aus allen Parteien hat der Oppenheimer Bürgermeister Marcus Held (SPD) den Weg für einen Neuanfang freigemacht. Voraussichtlich am 3. Juni werden rund 5900 Oppenheimer den Nachfolger wählen. Der amtierende Verwaltungschef Helmut Krethe werde dem Stadtrat diesen Wahltermin vorschlagen, teilte ein Sprecher gestern mit. Die SPD Rheinland-Pfalz begrüßte die Entscheidung Helds.

Nach massiven Rücktrittsforderungen aus allen Parteien hat der Oppenheimer Bürgermeister Marcus Held (SPD) den Weg für einen Neuanfang freigemacht. Voraussichtlich am 3. Juni werden rund 5900 Oppenheimer den Nachfolger wählen. Der amtierende Verwaltungschef Helmut Krethe werde dem Stadtrat diesen Wahltermin vorschlagen, teilte ein Sprecher gestern mit. Die SPD Rheinland-Pfalz begrüßte die Entscheidung Helds.

„Marcus Held hat mit seinem Rücktritt von den kommunalen Ämtern in Oppenheim eine richtige Entscheidung getroffen“, erklärte Generalsekretär Daniel Stich gestern. Kommunalpolitik funktioniere nur mit dem Vertrauen der Menschen vor Ort. „Die Entwicklungen der vergangenen Tage und Wochen haben dieses Vertrauen schwer beschädigt.“ Die SPD erwartete, dass Held zur restlosen Aufklärung aller Vorwürfe beitrage, sobald er wieder gesund sei. „Auch in der Frage, ob eine weitere Arbeit als Bundestagsabgeordneter dann noch möglich ist, muss er sich erklären.“

Nach dem Rücktritt Helds muss spätestens am 3. Juni ein Nachfolger gewählt werden. Die Verwaltung der Verbandsgemeinde Rhein-Selz, zu der Oppenheim gehört, empfahl nach Angaben des Stadtsprechers, diese Frist auszuschöpfen, um genügend Zeit für die umfangreichen Vorbereitungen zu haben. Offiziell festgelegt wird der Wahltermin von der Verwaltung des Kreises Mainz-Bingen, auf Vorschlag der Stadt. Bei einem Wahltermin 3. Juni könnten bis zum 26. April Kandidaten benannt werden.



Der CDU-Generalsekretär Patrick Schnieder forderte gestern, „alle Spenden im Zusammenhang der Affäre-Held, auch diese unterhalb der Veröffentlichungsgrenze, öffentlich (zu) machen“. Nur so sei eine lückenlose Aufklärung möglich. Zu den Vorwürfen gegen Held gehört auch die Zahlung einer Spende an den SPD-Ortsverein Oppenheim mit dem Verdacht, dass es sich dabei um eine Gefälligkeit für den Zuschlag zum Kauf eines Baugrundstücks gehandelt haben könnte.

Held hatte am Mittwoch seinen Rücktritt von allen Ämtern in Oppenheim erklärt. Als Grund nannte sein Anwalt den „zunehmenden Druck durch die öffentliche Berichterstattung und die Rücktrittsforderungen seiner Partei, dem Herr Held sich und seine Familie nicht länger aussetzen“ könne. Mit der Niederlegung seiner Ämter wolle Held die Lage in der Stadt befrieden und eine „sachliche Aufklärung der Vorwürfe ermöglichen“, betonte der Anwalt.

Held lege Wert auf die Feststellung, dass hiermit kein Schuldeingeständnis verbunden sei. Sein Bundestagsmandat will er zunächst ruhen lassen (wir berichteten).