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Rote Karte für Becks Dienstwagen

Mainz. Umweltschützer haben die Rote Karte für den Dienstwagen des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) gezückt. Das 350-PS-Auto stoße 204 Gramm CO2 pro Kilometer aus, teilt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gestern in Berlin mit. Der Zielwert der Europäischen Union liegt im Sinne des Klimaschutzes aber bei nur 130 Gramm

Mainz. Umweltschützer haben die Rote Karte für den Dienstwagen des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) gezückt. Das 350-PS-Auto stoße 204 Gramm CO2 pro Kilometer aus, teilt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gestern in Berlin mit. Der Zielwert der Europäischen Union liegt im Sinne des Klimaschutzes aber bei nur 130 Gramm. Für mindestens 50-prozentige Überschreitungen verlieh die DUH in einer bundesweiten Untersuchung Rote Karten. Auch gelbe Karten für einen CO2-Ausstoß von 131 bis 195 Gramm pro Kilometer gab es für Becks Kabinett. Am besten schnitt hier noch der 218-PS-Wagen der Grünen-Umweltministerin Ulrike Höfken mit 134 Gramm pro Kilometer ab. Eines der Hauptprojekte der rot-grünen Landesregierung ist die Energiewende.Regierungssprecher Marc Wensierski sagte in Mainz, insgesamt sei das Bemühen der Regierung offensichtlich, sich bei der Wahl ihrer Dienstwagen dem EU-Zielwert zu nähern. Es gehe jedoch auch um eine gewisse Geräumigkeit, weil Spitzenpolitiker unterwegs viele Akten bearbeiteten. Bei Beck komme wie bei anderen Ministerpräsidenten die Sicherheit hinzu: "Er hat ein gepanzertes Fahrzeug. Beim Stand der Technik ist es unmöglich, damit schon den EU-Zielwert zu erreichen."

Für die Untersuchung der DUH wurden die Daten der Dienstwagen zwischen Februar und April 2012 in den Bundes- und Landesministerien erfragt. Ausgewertet wurden CO2-Ausstoß, Höchstgeschwindigkeit, Baujahr, Motorleistung und Modell. dpa