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Folgen von Treibstoffschnellablass
Höfken pocht auf schnelle Vorlage von Kerosin-Studie

Mainz/Bremen. Nach der Verschiebung des Gutachtens über die Folgen des Notablassens von Flugzeug-Kerosin (wir berichteten) fordert die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) mehr Tempo. „Wir wollen wissen, was für Auswirkungen der Kerosinablass hat auf den Boden, die Biodiversität und die menschliche Gesundheit“, teilte Höfken am gestrigen Donnerstag mit.

„Uns ist wichtig, dass die Ergebnisse schnellstmöglich vorliegen, um gegebenenfalls weitere Schlussfolgerungen auf Bundes- und Landesebene daraus ziehen zu können.“ SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer sagte, die Menschen im Pfälzerwald, in Eifel und Hunsrück bauten darauf, dass rasch klar sei, was über ihren Köpfen passiere.

Flugzeuge lassen in Notlagen Treibstoff ab, um mit weniger Gewicht sicher zu landen. Von 20 Kerosin-Ablässen zwischen dem 1.­Januar und dem 22. Oktober entfielen sieben auf das südliche Rheinland-Pfalz, alleine 92 Tonnen Ende Juli, wie aus Zahlen des Luftfahrtbundesamtes hervorgeht. Das Umweltbundesamt wollte das Gutachten zu Rückständen und Ablagerungen von Kerosin und Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit ursprünglich bei der Konferenz der Umweltminister in Bremen vorlegen. Sie läuft bis zum heutigen Freitag. Die Studie wird nun voraussichtlich beim nächsten Treffen in Hamburg im Mai 2019 präsentiert.

Das Bundesverkehrsministerium teilte im September mit, dass die Deutsche Flugsicherung die Ablässe nach EU-Vorschriften innerhalb von drei Tagen an das Luftfahrtbundesamt meldet. Auf Initiative von Rheinland-Pfalz hatte sich der Bundesrat im Oktober für eine schnellere Information eingesetzt: Landesbehörden und Öffentlichkeit sollten innerhalb von 24 Stunden von dem Ablassen erfahren.



(dpa)