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Ursprünglich sollten es 41 sein
Rheinland-Pfalz will nur noch vier kleine Grundschulen schließen

Die rheinland-
pfälzische 
Bildungs­ministerin
Stefanie Hubig.
Die rheinland- pfälzische Bildungs­ministerin Stefanie Hubig. FOTO: Andreas Arnold / picture alliance / dpa
Trier/Mainz. Ursprünglich hatte die Mainzer Landesregierung den Fortbestand von 41 Zwergschulen im Land infrage gestellt. Jetzt sollen nur noch vier schließen. Darunter ist die Dorfschule in Frankenstein im Pfälzerwald.

Ein Teil der vom Land Rheinland-Pfalz zur Schließung vorgesehenen kleinen Dorf-Grundschulen bleibt vorerst erhalten. Die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier teilte gestern mit, dass entgegen ursprünglicher Pläne die Grundschulen in Pünderich im Landkreis Cochem-Zell, Oberkail im Kreis Bitburg-Prüm, Schöndorf im Kreis Trier-Saarburg und Bingen-Gaulsheim im Kreis Mainz-Bingen fortbestehen sollen. Ein Aufhebungsverfahren werde für die Schulstandorte Lieg im Kreis Cochem-Zell, Reifferscheid im Kreis Ahrweiler, Herkersdorf im Kreis Altenkirchen und Frankenstein im Kreis Kaiserslautern eingeleitet.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hatte Ende 2017 angekündigt, neun Kleinstschulen in Rheinland-Pfalz schließen zu lassen, die die gesetzliche Mindestgröße von einer Klasse pro Jahrgang deutlich verfehlten. Der Schulstandort Wintrich im Kreis Bernkastel-Wittlich war schnell wieder von der Liste gestrichen worden. Dort sei zunächst nicht berücksichtigt worden, dass bislang viele Kinder aus dem Dorf eine Schule im Nachbarort besuchten, teilte eine ADD-Sprecherin mit. Die Auslastung der Schule in Wintrich werde deutlich ansteigen, da die nötige Sondererlaubnis zum Schulwechsel künftig nicht mehr so großzügig erteilt werden solle.

Im Fall der vier unverändert auf der Schließungs-Liste verbleibenden Schulen fanden die Landesbehörden auch nach nochmaliger Prüfung aller Umstände keine ausreichenden Gründe mehr für den Fortbestand. Die kleinste Schule in Reifferscheid betreut derzeit insgesamt nur zwölf Schulkinder. Auch in Frankenstein und Lieg gibt es lediglich eine einzige Kombiklasse für alle Kinder von der ersten bis zur vierten Klassenstufe.



Ursprünglich hatte die Landesregierung sogar den Fortbestand von 41 Zwergschulen infrage gestellt. Bei einer Überprüfung der Schulstandorte war unter anderem berücksichtigt worden, ob die Schülerzahlen in den kommenden Jahren wieder ansteigen könnten, wie weit die nächstgelegenen Schulen entfernt sind und ob dort ausreichend Platz für die Betreuung zusätzlicher Kinder vorhanden ist. Gegen die Schließungspläne hatte es Proteste von Eltern, Kommunalpolitikern und Lehrerverbänden gegeben. Auch die CDU- und AfD-Opposition im Landtag sprach sich gegen Schulschließungen aus.