| 23:22 Uhr

Rheinland-Pfalz will am Westwall Vorbild sein

Mainz. Rheinland-Pfalz will mit seiner Verbindung von Naturschutz und Erinnerungsarbeit am ehemaligen Westwall Vorbild sein für ganz Deutschland. Der Westwall war ein Verteidigungssystem der Nationalsozialisten mit Bunkern, Stollen und Gräben - im heutigen Rheinland-Pfalz erstreckt er sich über 200 Kilometer. Agentur

Rheinland-Pfalz will mit seiner Verbindung von Naturschutz und Erinnerungsarbeit am ehemaligen Westwall Vorbild sein für ganz Deutschland. Der Westwall war ein Verteidigungssystem der Nationalsozialisten mit Bunkern, Stollen und Gräben - im heutigen Rheinland-Pfalz erstreckt er sich über 200 Kilometer.

"Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Anlage zu einem Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten geworden", sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am vergangenen Montag bei der Vorstellung eines Bandes zum Naturschutz an der früheren NS-Anlage, den das Mainzer Ministerium gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Hochschule Geisenheim herausgibt. Man wolle die Fläche über Ländergrenzen hinaus zu einem Biotopverbund entwickeln, sagte Ressortchefin Höfken.

"Für uns ist es auch eine große Chance, um aufzuklären und gegen Rechtsradikalismus vorzugehen", betonte die rheinland-pfälzische Umweltministerin. Ziel sei ein enges Zusammenwirken von Naturschutz, Denkmalpflege und politischer Bildung. So sei auf europäischer Ebene ein Projekt geplant, das den Naturschutz und die politische Bildung an ehemaligen NS-Großbauten fördern soll. In Rheinland-Pfalz gibt es rund 9000 Bunker, Panzer-Hindernisse und andere Anlagen aus dem Dritten Reich. Seit 2014 befinden sich die Hinterlassenschaften im Besitz des Landes.