| 23:40 Uhr

Land will Artenschutzmaßnahmen entwickeln
Rheinland-Pfalz verstärkt Schutz der Wildkatze

Die rheinland-
pfälzische 
Umwelt­ministerin
Ulrike Höfken.
Die rheinland- pfälzische Umwelt­ministerin Ulrike Höfken. FOTO: Fredrik von Erichsen / picture alliance / dpa
Mainz. Immer wieder werden die geschützten Tiere überfahren. Jetzt sollen Gefährdungsursachen ermittelt und Artenschutzmaßnahmen entwickelt werden.

Mit der landesweiten Erfassung von Daten zum Bestand der Wildkatzen will das Umweltministerium den Schutz der scheuen Tiere verbessern. „Die unter Naturschutz stehende Wildkatze streift inzwischen in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz durch die Wälder und hat bei uns deutschlandweit ihren Verbreitungsschwerpunkt“, erklärte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am gestrigen Dienstag in Mainz. „Daher haben wir das Tier des Jahres 2018 auch als Leitart in unser Naturschutzprogramm – die „Aktion Grün“ – aufgenommen.“

Im Zentrum des neuen Wildkatzen-Projekts steht ein landesweites Netz zur Erfassung toter Wildkatzen in Rheinland-Pfalz, das vom Naturschutzverband BUND betreut wird. Wenn ein Tier der streng geschützten Art von einem Auto überfahren wurde, soll dies gemeldet werden. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich dann um eine Freigabe durch den zuständigen Jagdpächter und die Bergung der Wildkatze, wie BUND-Projektleiterin Charlotte Reutter erläuterte. Aus den Daten sollen Gefährdungsursachen ermittelt und Artenschutzmaßnahmen entwickelt werden. Mit schätzungsweise 1500 bis 3000 Tieren ist Rheinland-Pfalz das wichtigste Bundesland für die Wildkatze.

Die toten Wildkatzen sollen zu einer von sieben bis acht Sammelstellen gebracht, tiefgefroren und dann von Experten untersucht werden. Reutter rechnet mit etwa 100 Funden im Jahr, die von Experten untersucht werden können. Das Projekt wurde mit einer zweijährigen Erprobungsphase gestartet. Danach soll überlegt werden, wie das Monitoring langfristig weitergeführt wird. Zu den Kooperationspartnern gehören drei Expertenbüros in Trippstadt im Kreis Kaiserslautern, Molsberg im Westerwaldkreis und in Gießen in Hessen.



„Das Projekt ermöglicht uns, neue Erkenntnisse über Schutzmaßnahmen gezielt zu identifizieren und anschließend umzusetzen“, erklärte Höfken. Auch andere Tiere könnten langfristig davon profitieren.