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Agrarpolitik
Verbandschef sieht Druck auf Landwirte und Winzer

 Mit einem Rübenroder erntet ein Landwirt Zuckerrüben.
Mit einem Rübenroder erntet ein Landwirt Zuckerrüben. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Bad Dürkheim. (dpa) Der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd (BWV) sieht Landwirte und Winzer aufgrund der Agrarpolitik der Bundesregierung massiv unter Druck. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem sich die Zukunft des Agrarstandortes Deutschland entscheidet“, sagte BWV-Chef Eberhard Hartelt vor der BWV-Delegiertentagung in Bad Dürkheim.

Als Beispiele nannte er etwa eine Verschärfung der Düngeverordnung und steigende Auflagen in der Tierhaltung.

„Die derzeitige Agrarpolitik, aber auch der Wunsch in Teilen der Gesellschaft nach einem tiefgreifenden Umbau der Landwirtschaft, werden den Strukturwandel weiter beschleunigen und Importe aus Ländern mit wesentlich geringeren Standards erhöhen“, sagte Hartelt. „Dies kann nicht im Interesse der Verbraucher in Deutschland sein.“

Der BWV-Chef erinnerte an die jüngsten Proteste der Landwirte in Berlin. „Die Politik hat diese Botschaft offenkundig verstanden. Jetzt sollten auch entsprechende Reaktionen kommen. Wir stehen für Gespräche, aber auch für weitere Proteste bereit“, betonte er.



Hartelt sagte, das Aktionsprogramm Insektenschutz habe „das Fass zum Überlaufen gebracht“. Über die Köpfe der Landwirte und Winzer hinweg sei ein Paket geschnürt worden, das weitreichende Konsequenzen habe für die landwirtschaftliche Nutzbarkeit großer Flächen. Jedoch gehe Biodiversitätsschutz nur mit der Landwirtschaft – nicht gegen sie.

Die Bundesregierung sieht das Aktionsprogramm dagegen als einen Weg, das Insektensterben zu stoppen und die Artenvielfalt zu schützen.

Das Programm setzt unter anderem auf eine deutlich geringere Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat. Zudem stelle der Bund mehr Geld für den Insektenschutz zur Verfügung, heißt es von den Verantwortlichen in Berlin, Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU).

(dpa)