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Rheinland-Pfalz unterbreitet neues Transsexuellengesetz

Mainz. (dpa) Rheinland-Pfalz will es Transsexuellen einfacher machen, den Namen in offiziellen Dokumenten zu ändern. Dazu werde das Land in der nächsten Bundesratssitzung am 12. Mai ein neues Transsexuellengesetz einbringen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) gestern nach einem entsprechenden Beschluss des rheinland-pfälzischen Kabinetts. Das derzeitige Gesetz sei einem Gutachten zufolge "einfach nicht mehr zeitgemäß". Es gebe sogar Bedenken, ob das Gesetz mit der Verfassung übereinstimme. Dreyer zufolge gibt es in Deutschland 60 000 bis 100 000 Transsexuelle.

Derzeit müssten Menschen, die ihren Vornamen entsprechend ihrem empfundenen Geschlecht ändern möchten, zwei unabhängige Gutachten vorlegen, erklärte die Mainzer Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne). "Wir möchten diese Begutachtungspflicht abschaffen, da sie für die betroffenen Menschen oft zum Spießrutenlauf wird, den sie als entwürdigend erleben." Das Transsexuellengesetz stammt laut Spiegel aus dem Jahr 1981 und blieb bislang unverändert. Das Bundesverfassungsgericht habe aber Teile außer Kraft gesetzt.

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Der Wunsch nach dem anderen Geschlecht Nach Definition der WHO ist Transsexualität der Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden.