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Ergebnisse werden am Donnerstag vorgestellt
Land testet Elektrofahrzeuge im Forst

Streetscooter-Elektrofahrzeugfertigung in Düren. Das Tochterunternehmen der Post hat auch spezielle Modelle für die Forstwirtschaft entwickelt, die in Rheinland-Pfalz getestet wurden.
Streetscooter-Elektrofahrzeugfertigung in Düren. Das Tochterunternehmen der Post hat auch spezielle Modelle für die Forstwirtschaft entwickelt, die in Rheinland-Pfalz getestet wurden. FOTO: dpa / Oliver Berg
Mainz/Hinterweidenthal. Saubere E-Autos sind im Wald eine Rarität. Das grün geführte Forstministerium in Rheinland-Pfalz will das ändern. Noch fehlen eine große Reichweite und Allradantrieb. Doch Abhilfe ist bereits geplant.

Ökologisches Fahren für die Forstwirtschaft: Rheinland-Pfalz hat in mehreren Waldgebieten den Einsatz von Elektrofahrzeugen getestet. „Als erster staatlicher Forstbetrieb liefert Landesforsten Rheinland-Pfalz die Initialzündung für elektrisch betriebene Fahrzeuge im Wald“, teilte das Forstministerium in Mainz gestern mit. Am morgigen Donnerstag würden die Testergebnisse in Emmelshausen im Rhein-Hunsrück-Kreis Forstleuten aus mehreren Bundesländern vorgestellt. Mit der Herstellerin der E-Fahrzeuge, einer Tochterfirma der Deutschen Post, werde besprochen, ob ihre Ingenieure die besonderen Anforderungen im Wald umsetzen könnten, hieß es.

Nach früheren Angaben von Landesforsten Rheinland-Pfalz lobte beispielsweise der Förster Jürgen Weis das Streetscooter-Modell „Work“ mit offener Ladefläche: „Man hört nichts, riecht nichts, schont die Umwelt und spart Geld – das müssen wir auf jeden Fall ausprobieren.“ Mitarbeiter der Forstämter Hachenburg im Westerwald und Hinterweidenthal in der Südwestpfalz sowie von anderen Dienststellen notierten eine Woche lang ihre Erfahrungen. Schon jetzt sind Tausende Streetscooter bundesweit im Einsatz – für die Deutsche Post selbst, aber auch für Kommunen, Handwerker und für Lieferdienste.

In rheinland-pfälzischen Forstkreisen hieß es gestern zu den zusätzlichen Anforderungen im Wald, ein Modell mit Allradantrieb werde 2019 erwartet. Problematisch sei, dass die Reichweite der E-Fahrzeuge in unwegsamem Wald mit mehr Strombedarf auf weniger als 100 Kilometer sinken könne. Allerdings denke die Post daran, im nächsten Jahr in einen Streetscooter zwei Batterien einzubauen, um so die Reichweite zu verdoppeln. Geplant sei bei der Posttochter Streetscooter GmbH zudem, in Zusammenarbeit mit dem Autohersteller Ford ein Fahrzeug mit einer Doppelkabine zu entwickeln. Dann könnten auch mehr Förster und Waldarbeiter mitfahren.



Post-Sprecher Alexander Edenhofer sagte, tatsächlich würden Streetscooter-Modelle anders als bei einem konventionellen Massenautohersteller „auch sehr branchenspezifisch“ entwickelt. Das sei bei ausreichendem Bedarf auch bei der deutschen Forstwirtschaft denkbar. Ein konkretes Angebot von Allradantrieb und Doppelbatterie von 2019 an bestätigte Edenhofer aber noch nicht – und auch nicht Pläne für eine Doppelkabine.

Der Bonner Paketriese Deutsche Post DHL hatte 2016 zur Überraschung der Autobranche mit der Serienproduktion eigener Elektrotransporter begonnen. Inzwischen werden drei unterschiedlich große Modelle in Nordrhein-Westfalen produziert – in Aachen, in Düren und gemeinsam mit Ford in Köln. Rheinland-Pfalz ist neben Hessen relativ gesehen das waldreichste Bundesland mit einen Waldanteil von rund 42 Prozent.