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Annweiler 2019 Gastgeber für Landesfest
Rheinland-Pfalz-Tag moderner und regionaler

Trompeter aus Annweiler spielen beim Umzug auf dem Rheinland-Pfalz 2018 in Worms. Im kommenden Jahr wird die Stadt im Pfälzerwald unter der berühmten Reichsburg Trifels erster Gastgeber des runderneuerten Landesfestes, das moderner und regionaler werden soll.
Trompeter aus Annweiler spielen beim Umzug auf dem Rheinland-Pfalz 2018 in Worms. Im kommenden Jahr wird die Stadt im Pfälzerwald unter der berühmten Reichsburg Trifels erster Gastgeber des runderneuerten Landesfestes, das moderner und regionaler werden soll. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Jedes Jahr feiern die Rheinland-Pfälzer ihr Landesfest — seit 1984. Zum nächsten Jahr soll es runderneuert werden. Mit einem neuen Logo als Blickfang, aber es soll sich auch was in der Organisation ändern.

Das Landesfest der Rheinland-Pfälzer soll sich ab dem nächsten Jahr im neuen Kleid präsentieren. Die Landesregierung stellte am gestrigen Montag für den Rheinland-Pfalz-Tag nicht nur ein neues Logo vor, das das bisherige Foto eines „Seifenblasen-Kindes“ nach 17 Jahren ersetzen soll. Das Fest soll außerdem regionaler werden und stärker auf die gastgebenden Städte zugeschnitten sein. Im nächsten Jahr ist Annweiler am Trifels an der Reihe und lädt für den 28. bis 30. Juni dorthin ein. Der Rheinland-Pfalz-Tag soll weiter für Besucher kostenfrei bleiben und Information wie Unterhaltung bieten – auch der Festumzug soll weiter der Höhepunkt bleiben.

„Auch eine Veranstaltung muss mit der Zeit gehen und sich erneuern“, erklärte Staatskanzleichef Clemens Hoch (SPD) in Mainz. Das ist am ehesten sichtbar bei dem neuen Logo, das bunte geometrische Figuren im Umriss des Landes zeigt, darüber steht „Rheinland-Pfalz-Tag“ mit dem jeweiligen Jahr, daneben „Das Landesfest“. Das neue Logo solle die Vielfalt der Veranstaltungen und des Landes symbolisieren, sagte Stephan Kraemer, Chef der der Agentur Zink und Kraemer (zuk) aus Trier. Es kann mit Fotos von Menschen oder der Gastgeberstadt kombiniert werden. Das neue Outfit soll in Annweiler Premiere haben.

Die jeweilige Stadt soll stärker als bisher den Rheinland-Pfalz-Tag prägen: Die Organisation wird an den Gastgeberort angepasst und es ist ein regionales Themenfeld geplant. „Wir wollen, dass jede Stadt ihr Alleinstellungsmerkmal herausstellen kann“, sagte der Staatskanzleichef. „Wir wollen gewährleisten, dass jede Stadt einen Mehrwert daraus zieht.“



Der Bürgermeister der 7500-Einwohner-Stadt Annweiler, Thomas Wollenweber (SPD), will im nächsten Jahr als Gastgeber zum Beispiel vier Schwerpunkte präsentieren: das genussvolle und kulinarische Trifelsland, das aktive und nachhaltige, das innovative und das historische Trifelsland. Bisher machten bei den Planungen für das Fest über 50 Ehrenamtler mit, sagte er. Die Stadt im Pfälzerwald plant zunächst mit Ausgaben von rund 500 000 Euro und Einnahmen von 545 000 Euro (die 45 000 Euro sind ein Puffer). Über Sponsoren seien bereits 410 000 Euro eingegangen.

Das Land will mehr Geld geben. „Wir sind zukünftig noch stärker den ausrichtenden Kommunen verbunden“, sagte Hoch. Er sprach von einer strategischen Partnerschaft – zum Beispiel, weil die Sicherheitsanforderungen gestiegen sind. Im Landeshaushalt sind nach jetziger Planung 250 000 Euro Mittel für das Landesfest vorgesehen. Darin sind wie bisher Kosten für Veranstaltungen und Umzug enthalten. Das Land Rheinland-Pfalz will aber mit mindestens 100 000 Euro der Stadt unter die Arme greifen, unter anderem als Beitrag zur Sicherheitskonzeption. Die Summe ist in den 250 000 Euro eingerechnet. Annweiler am Trifels ist deutlich kleiner als etwa Worms, die Gastgeberstadt 2018.

Seit 1984 wird der Rheinland-Pfalz-Tag jedes Jahr in einer anderen Kommune gefeiert. Nur 2017 gab es kein Fest, weil Mainz die Feier zum Tag der Deutschen Einheit ausrichtete. Der diesjährige Rheinland-Pfalz-Tag Anfang Juni war aus Sicht von Landesregierung, Polizei und der Stadt Worms ein Erfolg. Eine Bilanz könne noch nicht gezogen werden, sagte Karl-Heinz Winkler, der mit der Koordination in Worms betraut war. „Wir sind noch in der Endabrechnung.“ Man wisse aber schon, dass „350 000 Euro für den Bereich Sicherheit“ ausgegeben wurden. Knapp 900 Beamte waren bei dem Fest mit rund 320 000 Besuchern im Einsatz.