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34. Landesfest
Rheinland-Pfalz-Tag in Worms eröffnet

Worms. Tennis auf der Straße, Klettern an der künstlichen Felswand, letztes Wienern am Drachenboot: jede Menge sportliche Aktivitäten bietet der 34. Rheinland-Pfalz-Tag, der seit Freitag im rheinhessischen Worms gefeiert wird.

Nach einem nächtlichen Unwetter mit heftigem Regen waren am Nachmittag bei zunehmend besserem Wetter schätzungsweise mehrere Tausend Menschen auf den Straßen der 88 000 Einwohner zählenden Stadt unterwegs.

Eine der Attraktionen ist die sogenannte Sportmeile, auf der sich zahlreiche Wormser Sportvereine mit ihren Sportarten präsentierten. Als Anziehungspunkt erwies sich bei blauem Himmel und sommerlichen Temperaturen ein Schwimmbad, das einer der Vereine aufgebaut hatte. Wem das noch nicht reichte, der konnte sich in einem nebenan aufgestellten Tauchcontainer abkühlen.

Der 55-jährige Volker Prokubek hatte sich für ein anderes Angebot entscheiden. Er ließ sich am Stand der Nibelungen-Festspiele fotografieren – damit sein Bild in ein Foto eingebaut wird, das den Roten Teppich zu den Nibelungen-Festspielen zeigt, über den jeden Sommer zahlreiche Prominente zur Premiere wandeln. Nun ist er einer von ihnen. Prokubek war mit dem Ergebnis zufrieden. „Ich überlege, ob ich jemanden finde, der mir das in Facebook setzt. Ich bin IT-Legastheniker“, scherzte der Chemikant, der in Arbeitshose und ärmellosem Top unterwegs war. Er hatte nach eigenen Angaben morgens im Radio gehört, dass das Landesfest am Freitag losgeht – und bei seinem Arbeitgeber erreicht, dass er freibekam.



Die übrigen Besucher informierten sich auf dem 340 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Bahnhof und Rheinufer an mehr als 200 Ständen über die touristischen oder gastronomischen Angebote von Kommunen, ließen es sich an einem von mehr als 45 Ess- und Trink-Ständen schmecken oder lauschten den 80er-Jahre-Stars Kim Wilde und Nik Kershaw bei ihren Gesangsproben auf der Bühne.

Der 34. Rheinland-Pfalz-Tag gewann schon vor seiner Eröffnung duch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Abend an Fahrt – aber nicht überall. Auf der im nördlichen Stadtbereich gesperrten B 9 staute sich der Verkehr. Die Leute hätten die Beschilderung nicht gelesen und führen nun in die gesperrten Bereiche, berichtete Stadtsprecherin Angela Zimmermann. Zur Zahl der Besucher sagte sie: „Für den Freitag ist es in Ordnung.“ Bis zum Schluss am Sonntag werden 300 000 Menschen erwartet.

Gymnasiallehrer Wolfgang Herbert informierte sich am Stand des Pfälzer Berglands über das Angebot des Draisinenfahrens. „Das ist ok“, sagte er. Vor allem für Vereine sei das toll. Am Stand der „Jäger der versunkenen Lok“ informierten Volker Jenderny und seine Kollegen über ihren Plan, im Oktober bei Germersheim eine vor mehr als 160 Jahren im Rhein versunkene Lok zu bergen. Derweil wischte ein Kollege den Boden des Standes trocken. „Letzte Nacht hat es so richtig geschüttet“, erzählte Jenderny. „Der Stand steht noch, aber das Wasser ist ordentlich durchgeschwemmt.“ Die Organisatoren des Fests hoffen, dass sich das bis Sonntag nicht wiederholt.