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Versorgungskapazität erhöht
Rheinland-Pfalz richtet für Notfälle 2800 zusätzliche Betten ein

 Sabine Bätzing- Lichtenthäler,  Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz   Foto: Arnold/dpa
Sabine Bätzing- Lichtenthäler, Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz Foto: Arnold/dpa FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Weil die Zahl der Corona-Infektionen steigt, will das Land zusammen mit den Kliniken die Versorgungskapazitäten ausweiten. Es sollen auch zusätzliche Pflegekräfte eingestellt werden. dpa

Die Landesregierung hat mit den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz vereinbart, die Kapazitäten für die medizinische Intensivversorgung von Covid-19-Patienten zu verdoppeln. Die Zahl der Intensivbetten werde in den kommenden Monaten von der im Landeskrankenhausplan vorgesehenen Kapazität von 1400 auf 2800 verdoppelt, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Dienstag in Mainz. Darunter sollen dann 1500 Versorgungsplätze mit der Möglichkeit zur künstlichen Beatmung sein, was eine Steigerung um 50 Prozent bedeutet. Die Aufstockung der Kapazitäten soll zum Teil durch die Verschiebung planbarer Operationen ermöglicht werden.

Auch beim Pflegepersonal für die Intensivversorgung sei eine Verstärkung erforderlich, sagte die Ministerin. Durch eine Nachqualifizierung sollen kurzfristig, spätestens ab übernächster Woche, bis zu 2000 zusätzliche Pflegekräfte gewonnen werden. Dies habe an der Universitätsklinik in Mainz bereits begonnen. Auch das Westpfalzklinikum in Kaiserslautern und das Marienkrankenhaus mit den Standorten Wittlich und Neuwied würden kurzfristig in dieses Programm einsteigen.

Die sogenannten Maximalversorger und weitere geeignete Kliniken werden in den nächsten zwei Wochen zu Krankenhäusern für die Schwerpunktversorgung von Covid-19-Patienten eingerichtet. Auch an der früheren St. Elisabeth-Klinik in Trier wird ein zentraler Behandlungsstandort für die stationäre Versorgung von Menschen eingerichtet, die mit dem Coronavirus infiziert sind.



Die mit der Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz vereinbarten Maßnahmen müssten durch Schritte auf Bundesebene ergänzt werden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Kliniken im Land müssten die Gewissheit haben, durch die jetzt zu ergreifenden Maßnahmen nicht ins Defizit zu geraten.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in Rheinland-Pfalz stieg von Montag auf Dienstag von 297 auf 435. Von diesen werden aktuell 41 in Kliniken behandelt. Bätzing-Lichtenthäler sprach von einer deutlichen Steigerung in den vergangenen Tagen. Der Großteil der Erkrankten zeige bislang einen milden Verlauf. Bei vier Prozent werde mit einer schweren Erkrankung gerechnet, bei denen eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich sein werde. Die meisten Infizierten gibt es zurzeit im Landkreis Mayen-Koblenz mit 62 Fällen. Im Landkreis Südwestpfalz sind es bisher drei bestätigte Fälle.

„Die Testkapazitäten reichen in Rheinland-Pfalz nach wie vor aus“, versicherte die Gesundheitsministerin. Die Zahl der für Tests eingerichteten Fieberambulanzen steige täglich. Aktuell seien im Land 750 000 Mund-Nasen-Schutzmasken, 260 000 Schutzmasken und 125 000 Schutzanzüge beschafft oder bestellt worden.