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Bildung
Rheinland-Pfalz ist gegen das Deutschland-Abi

 Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD).
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). FOTO: picture alliance / dpa / Andreas Arnold
Mainz/Berlin. Bildungsministerin Stefanie Hubig reiste am Donnerstag zur Kultusministerkonferenz in Berlin. Auf der Tagesordnung steht auch eine Studie zu Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

Vor der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin hat sich die rheinland-pfälzische Landesregierung ausdrücklich gegen Forderungen nach einem deutschen Zentralabitur und eine zeitliche Straffung der Sommerferien gewandt. Kürzlich hatte die Junge Union auf ihrem Jahrestreffen in Saarbrücken ein Zentralabitur in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch gefordert – und der CDU-Spitzenkandidat bei der bevorstehenden Landtagswahl in Thüringen, Mike Mohring, setzte sich für ein „Deutschland-Abitur“ mit „nationalen Bildungsstandards sowie Prüfanforderungen für alle Fächer“ ein.

„Wir wollen ein vergleichbares Abitur haben“, sagte dazu die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD). „Einem Zentralabitur, wie es Herr Mohring fordert, erteilen wir allerdings eine klare Absage.“ Rheinland-Pfalz beteilige sich am zentralen Aufgabenpool für die Fächer Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch. Perspektivisch sollte auch in den Naturwissenschaften ein Aufgabenpool für alle Länder etabliert werden, fügte die Ministerin hinzu. „Damit – da sind wir uns sicher – erreichen wir deutlich mehr als mit Gleichmacherei.“ In der Diskussion über ein Zentralabitur werde völlig vergessen, dass es im Abitur auch um die Anzahl der einzubringenden Kurse sowie die Zahl und die zur Wahl stehenden Leistungsfächer gehe.

Kritisch äußerte sich Hubig auch über den Vorstoß der Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), die Sommerferien in den Bundesländern zeitlich weniger weit zu strecken als bisher. Scheeres sagte, sie wolle sich in der Kultusministerkonferenz dafür einsetzen, dass die Sommerferien erst im Juli beginnen sollten. „Wir sehen keinen Änderungsbedarf“, sagte Hubig dazu. Die bisherige Ferienregelung habe sich in Rheinland-Pfalz bewährt. Mit Blick auf Bayern und Baden-Württemberg fügte sie hinzu: „Allerdings würden wir es sehr befürworten, wenn sich künftig alle Länder am rotierenden System der Sommerferien beteiligen würden.“



Die Bildungsminister kamen am Donnerstag zu ihrer zweitägigen Konferenz in Berlin zusammen. Den Vorsitz führt der hessischen Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Am heutigen Freitag beschäftigen sich die Minister mit einer Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). Dieser IQB-Bildungstrend fasst die Ergebnisse einer Überprüfung der Bildungsstandards in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern in der neunten Jahrgangsstufe zusammen.