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Eine halbe Milliarde Euro
Rheinland-Pfalz investiert in die digitale Zukunft

Die rheinland-
pfälzische 
Minister­präsidentin 
Malu Dreyer.
Die rheinland- pfälzische Minister­präsidentin Malu Dreyer. FOTO: Andreas Arnold / dpa
Mainz. Die technische Umsetzung lässt sich die Mainzer Ampelregierung eine halbe Milliarde Euro kosten.

Für die Nutzung digitaler Techniken in allen Lebensbereichen will die Mainzer Landesregierung bis 2021 eine halbe Milliarde Euro ausgeben. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte gestern bei der Vorstellung einer Digitalstrategie für ihr Bundesland, dieser Plan setze konkrete Ziele für die Vernetzung in Rheinland-Pfalz und bündele Projekte und Vorhaben. „Ausgangspunkt ist, dass die Technik dem Menschen dienen soll“, sagte Dreyer. „Wir wollen keine durchdigitalisierten Menschen, wir wollen eine menschliche Digitalisierung.“

Die nun vorgelegte 66-seitige „Strategie für das digitale Leben“ bestimmt konkrete Vorhaben wie Bildung, Stärkung der Dörfer, freies WLan, Innovationsförderung in der Wirtschaft, effizientere Energienutzung, Medizin und Pflege, bürgernahe Verwaltung, Sicherheit im Netz und die Stärkung des Ehrenamts.

Zum Jahresbeginn konnten demnach bereits nahezu 80 Prozent der rheinland-pfälzischen Haushalte Daten im Umfang von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) aus dem Netz holen. Bis Ende dieses Jahres sollen 100 Prozent erreicht sein – wenn nicht aus der Leitung, dann über den Mobilfunk. Es sind vor allem Menschen und Unternehmen auf dem Land, die noch mit weniger Bandbreite auskommen müssen, wie dieser Wert für die Datenübertragung genannt wird. Unterversorgt sind vor allem Gebiete in der Westpfalz, in Hunsrück und Eifel sowie in Teilen des Westerwalds. Künftig sollen verstärkt Glasfaserstränge statt Kupferkabel eingesetzt werden, um flächendeckend eine Bandbreite von einem Gigabit/s zu erreichen. Die rheinland-pfälzische Landesregierung nennt dafür das durchaus ehrgeizige Zieljahr 2025.



Nach Abschluss des „Digitaldialogs“ im August 2017 soll es ein neues „Digitalforum Rheinland-Pfalz“ geben – eine Plattform, um der Strategie neue Impulse zu geben. Alle seien zum Mitmachen eingeladen, sagte Dreyer, „auch die Freaks aus dem Netz“. Schon die Kleinen in der Kita sollen „auf den souveränen Umgang mit Medien“ vorbereitet werden, für Erzieherinnen sind Fortbildungen zur altersgemäßen Medienvermittlungen geplant. Alle Schulen sollen ans Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden, Grundschulen bekommen ein Startpaket mit Informations- und Kommunikationstechnik. Bis 2021 wird ein „Schulcampus“ eingerichtet: Dieses Online-Portal erlaubt den Zugriff auf Lernmaterialien und Unterrichtsdienste. Es soll auch Schulen mit einem speziellen Informatik-Schwerpunkt geben.

„Rheinland-Pfalz wird . . . in Zukunft ein Vorreiterland für die digitale Transformation industrieller Prozesse sein“, heißt es in der Strategie. Bauern und Winzer werden bei der Einführung von Techniken für das „Smart Farming“ unterstützt, etwa mit einem kostenlosen Zugang zu Flächen- und Umweltdaten. Existenzgründer in der Digitalbranche sollen besonders gefördert werden.

(dpa)