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Nordrhein-Westfalen ändert Trassen-Pläne
Rheinland-Pfalz bedauert mögliche Verzögerung beim Ausbau der A 1

 Bei Kelberg endet die A 1. Und das wird wohl noch länger so bleiben. Während Rheinland-Pfalz bis 2021 Baurecht schaffen will, um die 25 Kilometer große Lücke zwischen Kelberg und Blankenheim zu schließen, beginnt Nordrhein-Westfalen auf seinem Gebiet mit der Planung einer neuen Trassenvariante.
Bei Kelberg endet die A 1. Und das wird wohl noch länger so bleiben. Während Rheinland-Pfalz bis 2021 Baurecht schaffen will, um die 25 Kilometer große Lücke zwischen Kelberg und Blankenheim zu schließen, beginnt Nordrhein-Westfalen auf seinem Gebiet mit der Planung einer neuen Trassenvariante. FOTO: picture alliance / dpa / Thomas Frey
Mainz/Düsseldorf. Ärgerlich für viele Autofahrer: In der Eifelautobahn klafft seit jeher eine Lücke. Für ihre Schließung will Nordrhein-Westfalen nun den Naturschutz stärker beachten. Damit könnte es weniger Klagen geben — aber auch alles noch länger dauern.

Der seit Jahrzehnten angestrebte Lückenschluss der Autobahn A 1 in der Eifel wird sich laut dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium erneut teils verzögern. „Nordrhein-Westfalen fängt mit der neuen Trasse in der Planung ganz von vorne an“, teilte das Ministerium gestern in Mainz mit. „Natürlich bedeutet dies, dass der Lückenschluss auf nordrhein-westfälischer Seite Jahre später erfolgen wird als zuvor angenommen.“ Auf rheinland-pfälzischer Seite werde dagegen schon bis zum Jahr 2021 Baurecht angestrebt.

Für ein ökologisch sensibles Gebiet in NRW nahe der Landesgrenze mit Rheinland-Pfalz legt das nördliche Nachbarland nach eigenen Angaben optimierte Pläne vor. Diese würden den Anforderungen an Umwelt-, Natur- und Artenschutz besser gerecht, teilte das NRW-Verkehrsministerium mit. Zum Gesamtkonzept gehöre auch ein Tunnel. Das Ministerium gehe davon aus, dass die Planung eine hohe Rechtssicherheit habe, sagte eine Düsseldorfer Ministeriumssprecherin gestern. Details sollten am heutigen Freitag in Blankenheim vorgestellt werden. Gegen große Verkehrsprojekte hagelt es oft Klagen.

Die ursprünglichen Kosten von 245 Millionen Euro für das jetzt fast zehn Kilometer lange Teilstück zwischen Blankenheim und Lommersdorf steigen laut NRW-Ministerium um 60 Millionen Euro. Wann die Pläne zur Einsicht offengelegt werde, stehe noch nicht fest. Die A 1 verbindet die Ostsee mit dem Saarland.



Das vom Autobahnbau betroffene Gebiet im Kreis Euskirchen gehöre zu den ökologisch sensibelsten Gebieten in Nordrhein-Westfalen, die bekannt seien, sagte der Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in NRW, Dirk Jansen. Es gebe mehrere nationale und internationale Schutzgebiete. „Uns fehlt die Fantasie, wie man in diesem sensiblen Raum eine Trasse gefunden hat“, ergänzte Jansen. Der BUND in Rheinland-Pfalz hatte bereits eine Klage gegen den A-1-Lückenschluss angedroht. Jansen sagte, der BUND in NRW werde die geänderten NWR-Pläne ebenfalls mit Blick auf mögliche juristische Schritte unter die Lupe nehmen.

Der Mainzer Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) teilte mit: „Rheinland-Pfalz bedauert die Verzögerung bei der Planung des A-1-Lückenschlusses. Für Rheinland-Pfalz hat das Projekt eine enorm hohe Bedeutung.“ Der Vize-Regierungschef ergänzte: „Ich hoffe, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung den A 1-Lückenschluss ebenso ernsthaft und mit Nachdruck verfolgt, wie wir das tun.“ Wissings Sprecherin Susanne Keeding fügte mit Blick auf die geänderte NRW-Planung hinzu: „Herr Wissing wurde gestern (Mittwoch) von seinem Amtskollegen Hendrik Wüst (CDU) informiert.“

Bei der Nord-Süd-Verbindung fehlen in der nördlichen Eifel 25 Kilometer, zehn davon in Rheinland-Pfalz und 15 in Nordrhein-Westfalen. SPD und FDP in der rheinland-pfälzischen Ampelkoalition dringen auf eine Lückenschließung von 2021 an, die mitregierenden Grünen haben das Projekt kritisiert. Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz in Koblenz beziffert die gesamten Baukosten für den A 1-Lückenschluss in beiden Bundesländern mit rund 510 Millionen Euro.