| 23:10 Uhr

Hochschulgesetz
Land setzt auf mehr Studenten ohne Abitur

Mainz. Wer eine Ausbildung hat, darf künftig rascher an die Uni. Anwesenheitspflichten in Seminaren könnten wegfallen. Von Florian Schlecht

(flor) Rheinland-Pfalz will studierwilligen ohne Abitur den Weg an die Hochschulen im Land weiter erleichtern. Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD) stellte am Mittwoch in Mainz das überarbeitete Hochschulgesetz vor. Ein wichtiger Baustein: Wer beruflich qualifiziert ist, soll künftig sofort ein Studium starten können und braucht keine Berufspraxis mehr von zwei Jahren, wie es bislang der Fall war.

Nickt der Mainzer Landtag den Entwurf ab, soll das Gesetz bereits ab dem Wintersemester 2020/21 in Kraft treten. Mit einem Anteil von 1,95 Prozent gehörte Rheinland-Pfalz bundesweit schon 2017 zur Spitzengruppe, wenn es um Hochschulabschlüsse beruflich Qualifizierter ohne Abitur geht. 776 Personen mit diesem Hintergrund haben sich damals eingeschrieben.

Wegfallen soll künftig die Anwesenheitspflicht bei Vorlesungen und Seminaren. Wer bislang dreimal fehlte, fiel meist durch, das will die Novelle des Hochschulgesetzes nun ändern.