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Rheinland-pfälzischer Chefgeologe klagt gegen Ministerium

Mainz. Der Direktor des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau, Harald Ehses, geht nach Kritik an ihm mit einer Klage gegen das Wirtschaftsministerium vor. Nach Spannungen hatte Staatssekretär Uwe Hüser (Grüne) eine unabhängige Beratungsfirma zur Klärung beauftragt und Ehses gebeten, alle internen Entscheidungen - auch personelle - während dieser Zeit zurückzustellen. Agentur

Der Direktor der Behörde sehe in dem Schreiben aus dem Ministerium ein vorübergehendes Amtsführungsverbot, das ihn erheblich in seinen Befugnissen beschneide und ohne rechtliche Grundlage sei, teilte das Verwaltungsgericht Mainz gestern mit. Vor der Klage hatte Ehses gegen das Schreiben des Ministeriums erfolglos Widerspruch eingelegt. Das Ressort hat laut Gericht vier Wochen Zeit, um zur Klage Stellung zu nehmen. Der Chefgeologe soll mit seinem Führungsstil intern angeeckt sein. So soll die Vorgabe an Mitarbeiter für Unmut gesorgt haben, den Kontakt zum Ministerium nur über ihn zu regeln. Im Dezember 2013 kam es zu einer Verstimmung wegen der Hochmoselbrücke. Ehses hatte betont, er könne nach derzeitigem Stand nicht bewerten, ob der Bau ein zu großes Risiko sei oder nicht. Der Behördenchef verlangte ein Extra-Gutachten. Damals kündigte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) an, dass sich Ehses wieder öffentlich äußere, wenn die Studie vorliege. Das Gutachten ergab, dass die Brücke sicher steht.